Frauen und private Pensionsvorsorge

Linz (OTS) - Haben Sie schon eine private Pensionsvorsorge? Viele Frauen, die sich wegen der geplanten Pensionssicherungsreform um ihre Existenz im Alter sorgen, müssen diese derzeit häufig gestellte Frage mit nein beantworten. Sie können sich so etwas schlicht und einfach nicht leisten, stellt die AK-Frauenredaktion fest.
Rund 17 Prozent der unselbständig erwerbstätigen Österreicherin-nen verdienten im Jahresdurchschnitt 2001 monatlich weniger als 1.000 Euro brutto. Zieht man die Einkommensgrenze bei 1.100 Euro, dann liegen bereits 22 Prozent der Frauen darunter. Eine Einkom-mensgrenze von 1.500 Euro erreicht bereits fast die Hälfte der unselbständig erwerbstätigen Frauen in Österreich nicht. Angesichts dieser Einkommenssituation werden viele Frauen nicht in der Lage sein, neben den laufenden Kosten für Wohnen, Essen, Kinderbetreuung usw. noch zusätzlich - sagen wir einmal - monatlich 150 Euro für eine mit öffentlichen Mitteln geförderte private Pensionsvorsorge auf die hohe Kante zu legen. Eine Pensions-vorsorge, die zudem von den unsicheren Aktienkursen abhängig ist.
Eine heute 35jährige, die in den vollen Genuss der Auswirkungen dieser sogenannten Pensionssicherungsreform kommt, muss mit Pensionseinbußen bis zu 40 Prozent rechnen. Aber unsere 35jährige Musterfrau hat ja die Möglichkeit der privaten Pensionsvorsorge. Freiwillig kann sie schon heute die bereits angesprochenen 150 Euro einbezahlen und so die private - aber leider nicht hundertprozentig sichere staatlich geförderte Altersvorsorge forcieren. Damit könnte sie vielleicht die Einbußen ausgleichen. Nur: Was nützt ihr das, wenn sie das nötige Kleingeld nicht hat?
Die Gefahr der steigenden Altersarmut ist angesichts dieses Sze-narios für Frauen besonders groß.
Zum Schluss noch eine interessante Information für alle Frauen, die sich eine private Pensionsvorsorge leisten könnten: Aufgrund der statistisch höheren Lebenserwartung von Frauen bekommen Frauen für gleich hohe Beiträge eine geringere Privatpension als Männer! Benachteiligungen und Mehrfachbelastungen spielen in der Versicherungsmathematik des freien Marktes eben keine Rolle.
Daten und Fakten:
Arbeitszeitbereinigte Einkommensdaten aus dem Jahr 2001

Monatl. Bruttoeinkommen unter Frauen Männer 1.000 17 Prozen 5 Prozent 1.100 22 Prozent 6 Prozent 1.200 28 Prozen 8 Prozent 1.300 35 Prozent 11 Prozent 1.400 42 Prozent 14 Prozent 1.500 49 Prozent 19 Prozent

Quelle: Statistik Austria

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