Stadlbauer kritisiert Ladenöffnung: "Anschlag" der Regierung auf die Frauen!

Wien (SK) - "Neben der Pensionsreform, von der die Frauen massiv betroffen sein werden, verübt die Regierung mit der heute im Ministerrat beschlossenen Reform der Ladenöffnungszeiten den nächsten 'Anschlag' auf die Frauen", so SPÖ-Bundesfrauensekretärin und SPÖ-Abgeordnete Bettina Stadlbauer am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Diese Reform beinhaltet die Rückkehr zur Sechs-Tage-Woche und die Landeshauptleute können bei 'besonderem regionalem Bedarf' den Geschäften die Möglichkeit geben, an Sonn- und Feiertagen sowie am 24. und 31. Dezember bis in die späten Abendstunden offen zu halten. Der Bundeskanzler soll den Frauen, die mit 70 Prozent den größten Teil der Handelsangestellten stellen, endlich die Wahrheit sagen", forderte die SPÖ-Abgeordnete. "Warum erhebt Ministerin Rauch-Kallat hier ihre Stimme für die Frauen nicht, oder verspürt sie keine 'Lust' dazu?", so Stadlbauer in Richtung Frauenministerin.

Es sei nicht zu akzeptieren, dass mit der Abschaffung der Regelung, dass jeder zweite Samstag frei sein muss, die Sechs-Tage-Woche in Österreich wieder eingeführt werde, kritisierte Stadlbauer. Weiters werde von der Regierung die Verantwortung an die Landeshauptleute abgeschoben. Wie die damit umgehen, könne man schon am Beispiel Oberösterreich sehen, wo zirka zwei Drittel der Gemeinden zu "Tourismusgemeinden" erklärt wurden und damit die Geschäfte an Sonn-und Feiertagen offen halten können.

Zu kritisieren sei auch, dass die Bestimmungen des "besonderen regionalen Bedarfs" im neuen Öffnungszeitengesetz noch weiter gefasst sind. Das bedeute, in Zukunft könne auch der Großhandel relativ einfach in eine Ausnahmeregelung fallen und an Sonn- und Feiertagen sowie spät abends offen halten, stellte Stadlbauer klar. Unverständlich sei auch die vorgesehene ersatzlose Streichung der "Sonderregelung für bestimmte Tage", denn damit ist eine unbeschränkte Ladenöffnung am 24. und 31. Dezember möglich.

"Die Lebenssituation der Handelsangestellten, die durch diese Maßnahmen massiv beeinträchtigt wird, ist Schüssel und Bartenstein keine Silbe wert", kritisierte die Abgeordnete. "Es wurden von keinerlei Begleitmaßnahmen genannt, um die Verschlechterungen abzufedern. Weder von einer Einführung von Blockarbeitszeiten für vernünftige Arbeitszeiten noch von angemessener Entlohnung ist was zu hören", so Stadlbauer.

"Interessant wäre auch, wie die von der Regierung groß angekündigte bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die hier betroffene Gruppe der Handelsangestellten erreicht wird. Ob etwa eine alleinerziehende Handelsangestellte, die um 5 Uhr früh ihre Arbeit beginnt oder nachts arbeitet eine geeignete Kinderbetreuungseinrichtung zur Verfügung hat oder wie sie spät abends nach Hause kommt, dafür fühlt sich die Regierung offenbar nicht zuständig", so Stadlbauer abschließend. (Schluss) wf/mm

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