Prets: Europäische Agrarpolitik muss sich angesichts der Erweiterung einen Schritt weiter entwickeln

Neue Agrarbroschüre von Prets informiert über europäische Agrarpolitik vor der Erweiterung

Wien (SK) SPÖ-EU-Abgeordnete Christa Prets präsentierte Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz ihre neue Agrar-Broschüre, die sich mit der europäischen Agrarpolitik im Hinblick auf die Erweiterung beschäftigt. In diesem Zusammenhang betonte Prets, dass es notwendig sei, in der Agrarpolitik "einen Schritt weiter zu gehen", denn mit der bestehenden Agarpolitik werde man angesichts der zehn neuen Mitgliedsländer "kläglich scheitern". ****

Ursprünglich wollte man die 1999 beschlossene Agenda 2000 bis 2006 belassen, jetzt "wissen wir, dass es ohne Veränderung nicht geht". Prets wies darauf hin, dass die Agrarförderung als einzige Förderung bereits mit dem Datum des Beitritts im kommenden Jahr an die neuen Mitgliedstaaten ausgezahlt wird, darum sei es notwendig, dass "wir zu diesem Zeitpunkt die Reform bereits fertig haben". Allerdings müsse es auch in den Beitrittsländern Verbesserungen geben, da noch große Schwierigkeiten bei der Auszahlung bereits geleisteter Vorbeitrittshilfen gebe, da die Infrastruktur nicht funktioniere.

Der wesentlichste Punkt in der Agrarreform sei die Entkoppelung der Förderungen von der Fläche bzw. der Anzahl der Tiere. Es könne nicht sein, dass durch die Agrarpolitik an den Bedürfnissen der Menschen vorbei produziert wird. "Die Konsumenten werden Verständnis dafür haben, dass für Qualität entsprechend bezahlt wird und dass Aufgaben wie Umweltschutz oder Landschaftspflege, die nicht handelbare Güter sind, unterstützt werden müssen", so die EU-Abgeordnete. Dabei merkte Prets an, dass die Probleme bei Betrieben, die nun kurzfristig investiert haben, noch gelöst werden müssen.

Für die SPÖ-Politikerin ist es besonders wichtig, dass mehr Geld in die ländliche Entwicklung investiert wird. Sie zeigte sich mit dem derzeitigen Vorschlag der Agrarkommission, lediglich ein Prozent der Agrarförderung in die sogenannte zweite Säule, in die ländliche Entwicklung, umzuschichten, nicht einverstanden. Die Anfangsphase sei zu langsam, da erst ab 2006 und nicht ab 2004 Geld in den ländlichen Raum fließen soll. Außerdem fordert Prets, dass drei Prozent der Förderungen für die zweite Säule zur Verfügung gestellt werden müssen, wie es ursprünglich im ersten Vorschlag von Agrar-Kommissar Fischler geheißen hat.

"Es müssen neue Vermarktungswege gefunden werden, um den Bauern neue Chancen zu eröffnen. Auch dafür wird das Geld für die ländliche Entwicklung herangezogen." Prets sieht zudem keine Chancen für Jungbauern, wenn die ländliche Entwicklung nicht stärker gefördert wird. Ein weiteres wichtiges Anliegen der SPÖ-Politikerin ist die Situation der Frauen am Land. Diese sei sehr schwierig, da Frauen zwar sehr viel in den Betrieben leisten, aber am wenigsten aus den Betrieben heraus nehmen können. Prets wies unter anderem auf die fehlenden Versicherungs- und Pensionszeiten hin. Es sei zudem wichtig, dass Frauen stärker in den Agrarinstitutionen vertreten sind, auch dies würde die Situation verbessern.

Die Förderungen in der Landwirtschaft müssten stärker an die Arbeitsplätze gekoppelt werden. Prets machte darauf aufmerksam, dass lediglich 20 Prozent der Bauern 80 Prozent der Förderungen bekommen. Eine Umverteilung sei daher unumgänglich.

Die von Prets herausgegebene Broschüre, die als Nachschlagwerk für Fachleute, Journalisten und Meinungsbildner gilt, beinhaltet eine Beschreibung der Situation der Landwirtschaft in den Kandidatenländern, Informationen über europäische Vorbeitrittshilfen SAPARD, PHARE, und ISPHA, über sinnvolle Strukturmaßnahmen, über die Reform der gemeinsamen Agarpolitik und über die WTO-Agarverhandlungen. Die Broschüre kann im Büro der EU-Delegation der SPÖ bestellt werden. E-Mail-Adresse: christoph.pollinger@spoe.at. (Schluss) ns

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