Haneke-Programmschwerpunkt ab 4. Mai im ORF

Künstlerporträt und fünf Filme aus dem Schaffen Michael Hanekes

Wien (OTS) - Menschliche Verrohung, emotionale Kälte, Gewalt,
deren Ursachen und Folgen sind die zentralen Themen in Michael Hanekes Filmen. Zum Auftakt der 56. Internationalen Filmfestspiele von Cannes (14. bis 25. Mai 2003), wo der Regiemeister bereits als Fixstarter gilt - diesmal ist er mit seinem neuesten Film "Wolfzeit" außer Konkurrenz im Wettbewerbsprogramm vertreten -, bringt der ORF einen Haneke-Programmschwerpunkt. Ab Sonntag, dem 4. Mai, stehen ein Künstlerporträt und fünf Werke aus dem Schaffen Hanekes auf dem ORF-Spielplan. Den glanzvollen Abschluss macht die vielfach ausgezeichnete Jelinek-Verfilmung "Die Klavierspielerin", mit der Michael Haneke 2001 in Cannes unter anderem den Großen Preis der Jury gewann.

Nicht selten kommt es vor, dass Kinobesucher fluchtartig eine Vorführung verlassen, weil das Gezeigte ihnen zu sehr an die Substanz geht. "Nach Auschwitz kann man nicht mehr so tun, als wäre die Welt in Ordnung zu renken. Heute ist der einzige Weg, einem das Problem so stark auf die Brust zu drücken, dass so mancher gezwungen ist, den Sprung zu tun", konstatierte der international erfolgreiche Filmemacher, dessen Name für preisgekröntes österreichisches Kino steht, einmal in einem Interview. "Wenn jemand rausgeht, hat er den Film nicht nötig." Und: "Im Kino werden zumeist nur Beruhigungspillen verabreicht, die 90-Minuten-Lösung als fromme Lüge, nur um Geld zu verdienen. Meine Filme gehören da bestimmt nicht dazu." Michael Hanekes Arbeiten sind tatsächlich keine "Beruhigungspillen", sondern eher radikale Darstellungen menschlichen Grauens, die ohne psychologisierende Erklärungen auskommen und den Zuseher fordern. Mit seiner unverwechselbaren Filmsprache, die in Dramaturgie und Erzählweise nie auf das Offensichtliche zielt, ist Haneke eine Marke für sich.
Die Sendungen des ORF-Haneke-Programmschwerpunkts im Überblick

Sonntag, 4. Mai, 23.15 Uhr, ORF 2: "Die Spitze des Eisberges -Michael Haneke und seine Filme" (EA)
Sonntag, 4. Mai, 23.45 Uhr, ORF 2: "Der siebente Kontinent" (WH) Sonntag, 11. Mai, 0.20 Uhr, ORF 2: "Benny's Video" (WH)
Sonntag, 18. Mai, 23.45 Uhr, ORF 2: "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" (WH)
Sonntag, 25. Mai, 23.45 Uhr, ORF 2: "Funny Games" (WH)
Mittwoch, 18. Juni, 21.55 Uhr, ORF 1: "Die Klavierspielerin" (EA) (Änderungen vorbehalten!)

Michael Haneke in "Neues vom österreichischen Film" am 11. Mai

Die jüngste Ausgabe der ORF-Sendung "Neues vom österreichischen Film" präsentiert am Sonntag, dem 11. Mai, um 23.35 Uhr in ORF 2 unter anderem Michael Hanekes jüngsten und vom ORF geförderten Film "Wolfzeit", der voraussichtlich im Oktober dieses Jahres in die österreichischen Kinos kommt. "Wolfzeit" beschäftigt sich mit Menschen, die in einer hoch industrialisierten Welt nach einer Katastrophe mit einer Ausnahmesituation fertig werden müssen. In einer der Schlüsselrollen stand Isabelle Huppert vor der Kamera, die schon Hanekes "Klavierspielerin" war.
Michael Haneke über seinen jüngsten Film: "Ich wollte keinen Katastrophenfilm machen, davon gibt es ja unzählige. Mir ging es darum, dass die Leute fühlen, dass alles jeden Tag auch ihnen selbst und zwar hier und heute passieren kann, dass die Geschichte für den hoch verwöhnten Menschen in unserer hoch industrialisierten Welt so nachvollziehbar wie möglich ist." Außerdem ist in "Neues vom österreichischen Film" die ORF-Kamera mit dabei, wenn Haneke in Frankreich schon für seinen nächsten Film auf Motivsuche geht.

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