Welchen oö. Forstbetrieben droht das Aus? SP-Klubobmann Dr. Karl Frais verlangt von Bundesforsten Aufklärung

In einer Informationsbroschüre vom 22. April 03 kündigen die beiden Bundesforste-Vorstände neue Organisationsmodelle für die Bundesforste Österreichs an. SP-Klubob-mann Frais kritisiert vor allem die geplanten Rationalisierungen: "Den Modellrechnungen der Vorstände zufolge werden von den sechs derzeit in Oberösterreich bestehenden Forstbetrieben nur einer oder zwei erhalten bleiben können. Völlig offen bleibt, welche der sechs Forstbetriebe geschlossen werden sollen. Auch beträchtliche Personalreduktionen und die Zusammenlegung von Forstrevieren sind geplant. Damit gehen wertvolle Arbeitsplätze im ländlichen Raum verloren und in der Folge ist auch ein Qualitätsverlust im Waldbau der Bundesforste zu befürchten." Dabei seien mit der seriösen Reform von 1997 schon die sinnvollen Rationalisierungen erfolgt: "Seit 1997 erwirtschaften die Bundesforste durchschnittlich 20 Mio. Euro Gewinn pro Jahr. Bei den geplanten Zusammenlegungen der Forstbetriebe soll offensichtlich neoliberalistisches Managerdenken über die betriebswirtschaftliche Vernunft siegen."

Schon 1997 seien die Bundesforste saniert worden und rangierten seither in der Gewinnzone, betont Frais. "Damals wurden die 50 bestehenden Forst- und Forsttechnikbetriebe sowie die Nationalparkverwaltungen auf 30 Organisationseinheiten zusammengefasst." Mit dieser sanften Reform habe der geplante Kahlschlag bei den oö. Forstbetrieben nichts zu tun. "Die beiden neuen Reformmodelle sehen statt derzeit 30 Betrieben entweder zehn oder gar nur fünf Einheiten vor, wobei die Nationalparkverwaltungen auch schon inkludiert wären! Das ist höchstens ein weiterer Beitrag von ÖVP und FPÖ zur Ausdünnung des ländlichen Raums," unterstreicht Frais.

"Es herrscht große Verunsicherung bei der Belegschaft der Bundesforste und bei den betroffenen Kommunen, weil der Vorstand zwar radikale Veränderungen in den Raum stellt, aber verheimlicht, wer betroffen ist," kritisiert der SP-Klubobmann. "In Oberösterreich betreiben die Bundesforste derzeit Betriebe in Gmunden, Bad Ischl, Steyr, Molln und Mattighofen und die Nationalparkverwaltung in Reichraming. Die Bevölkerung und die Belegschaft haben ein Recht auf Information, welchen Regionen ihre Forstverwaltungen gestrichen werden sollen!"

Nicht nur der wirtschaftliche Verlust in den Regionen gebe > so Frais _ Anlass zur Sorge, sondern auch der drohende Qualitätsverlust im Waldbestand. "Noch größere Forstreviere mit noch weniger Personal zu betreuen, geht unweigerlich auf Kosten der Qualität. Zumal die Bundesforste immer mehr auf Kooperationen mit Schlägerungsunternehmen setzen, statt das von ihnen selbst bestens ausgebildete Personal zu beschäftigen," schließt Frais.

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