Positive Zwischenbilanz nach einem Jahr Erfahrung mit der "Emittenten-Compliance-Verordnung" (ECV).

Vorstandsdirektor Dr. Kurt Pribil: "Die Maßnahmen haben das Problembewusstsein im Kampf gegen Insiderhandel geschärft."

Wien (OTS) - Eine "durchaus positive Bilanz" zieht die Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) aus ihren Erfahrungen mit der von ihr mit 1. April 2002 erlassenen Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV). "Die vorgesehenen Maßnahmen wurden von allen betroffenen Unternehmen rasch umgesetzt", so FMA-Vorstandsdirektor Dr. Kurt Pribil. Wie eine erste Analyse der bisher vorgelegten ECV-Jahrestätigkeitsberichte der einzelnen Unternehmen zeigt, sei es durch diese Maßnahme auch gelungen, "das Problembewusstsein im Kampf gegen Insiderhandel zu schärfen". Dr. Pribil weiters: "Unser vorrangiges Ziel muss es sein, Maßnahmen zu setzen, die Insidervergehen präventiv vorbeugen. Das ändert aber nichts daran, dass Insidervergehen weiterhin mit aller Konsequenz und Härte verfolgt werden."

Die ECV regelt die Grundsätze für die Informationsweitergabe im Unternehmen eines Emittenten und verpflichtet zu organisatorischen Maßnahmen, um vorbeugend die missbräuchliche Verwendung und Weitergabe von Insiderinformationen zu verhindern, beziehungsweise bei Verstößen die Aufklärung zu erleichtern. Ihr unterliegen alle Unternehmen, deren Wertpapiere an der Wiener Börse zum Amtlichen Handel oder zum Geregelten Freiverkehr zugelassen sind. Die Unternehmen haben der ECV entsprechende interne Richtlinien zu erlassen, die von der FMA zu genehmigen sind. Dabei geht es unter anderem um die Einsetzung eines Compliance-Verantwortlichen, die Abgrenzung entsprechender Vertraulichkeitsbereiche, in denen sensible Informationen typischerweise im Unternehmen kursieren, die Festlegung von Handelsverboten in eigenen Wertpapieren für Personen aus diesen Bereichen, umfassende Dokumentationspflichten im Umgang mit kursrelevanten Informationen sowie entsprechende Sanktionen bei Verstößen.

FMA-Vorstand Dr. Pribil: "Die anfangs von manchen mit Skepsis aufgenommene Emittenten-Compliance-Verordnung hat sich somit als weiterer Baustein, faire Marktverhältnisse sicherzustellen, bewährt und stärkt das Vertrauen der Investoren in den österreichischen Kapitalmarkt." Dies zeige nicht zuletzt auch das große Interesse anderer Staaten - etwa Deutschlands - an den Erfahrungen Österreichs mit dieser Maßnahme. Bis dato gab es seitens der FMA keine einzige Beanstandung (Strafandrohung bei Verstößen: bis zu 20.000 Euro Verwaltungsstrafe) zu Umsetzung und Vollzug der ECV.

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