"Neues Volksblatt" Kommentar: "Vertrauen" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 2. Mai 2003

Linz (OTS) - Vetrauensschutz geht vor "Jugend"-Schutz! So könnte man die jüngsten Abfederungen im Regierungsentwurf für die Pensionsreform auch sehen. Zu Recht wurden Einschnitte, die ältere Arbeitnehmer knapp vor der Pension unerwartet treffen würden, durch längere Übergangsfristen entschärft. Klar ist aber ebenso, dass die jüngere Generation die Kosten dafür tragen wird müssen. So sieht es der viel zitierte Generationenvertrag vor. Diese zusätzliche Belastung der Jüngeren kann man übrigens nicht allein der Regierung ankreiden. Die SPÖ mit ihrem so streng gehüteten Pensionsmodell wollte ja ebenfalls längere Übergangsfristen, was erwiesenermaßen zu Lasten der Jungen gehen muss. Deren Aussichten auf eine ausreichende Pension in 30 oder 40 Jahren sind nicht gerade rosig. Deshalb kann eine echte Pensionssicherungsreform auch nicht mit dem Beschluss im Juni abgeschlossen sein. Dem ersten wichtigen Schritt müssen noch weitere folgen, um das Vetrauen nicht nur der älteren, sondern auch der jüngeren Arbeitnehmer zu rechtfertigen. Dazu gehören ein einheitliches Pensionssystem ohne Privilegien-Wildwuchs und flankierende Begünstigungen zur Privatvorsorge. Dass Einschnitte nötig sind, stößt durchaus auf Verständnis. Man sollte aber die Pensionisten von übermorgen nicht nur vertrösten.

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