"Presse"-Kommentar: Auf die Fahrer kommt es an (von Christian Ultsch)

Ausgabe vom 2. Mai 2003

Wien (OTS) - Spät, aber doch haben die USA ihr Versprechen wahr gemacht und eine "Straßenkarte" (road map) für den Weg zu einem Frieden im Nahen Osten veröffentlicht. Neue überraschende Routen oder gar Abkürzungen sind darin nicht verzeichnet. Das anvisierte Procedere unterscheidet sich kaum von dem, was Sondervermittler wie CIA-Chef George Tenet schon vor zwei Jahren vorgeschlagen haben: Die Palästinenser gebieten dem Terror Einhalt, die Israelis ziehen sich aus den besetzten Gebieten zurück, danach soll wieder verhandelt werden.
Der Weg leuchtet ein. Doch ob man ans Ziel gelangt, wird von den Fahrern abhängen. Bei den Palästinensern ist nun mit Abu Mazen ein Mann am Steuer, der zumindest hoffen lässt. Aber wird er durchsetzungsfähig genug sein? Scharons wundersame Verwandlung in einen Friedenspolitiker ist noch ausständig. Und die USA werden erst beweisen müssen, dass sie vom Rücksitz aus notfalls auch den israelischen Fahrer energisch ermahnen, die angegebene Richtung nicht zu verlassen.

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