Bartenstein: Ältere Arbeitnehmer können Lücke füllen

Höhere Beschäftigungsquote Älterer wichtig für Österreich

Wien, 1. Mai 2003 (ÖVP-PD) "Es gibt eine Verknappung am Arbeitsmarkt. Das ist ein scheinbarer Widerspruch zu Arbeitslosenzahlen, die in Österreich in den vergangenen zwei Jahren ungewöhnlich hoch waren. Erst dieser Tage hat die Wirtschaft das Fehlen von Fachkräften bemängelt. Wir wissen, dass gerade ältere Arbeitnehmer hier manche Lücke füllen können, die Jüngere heute nicht schließen können", sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein heute, Donnerstag, anlässlich des "Tages der neuen Arbeit" der ÖVP im Wiener Ares-Tower. Die demographische Entwicklung sei eine Fehlentwicklung, die nicht von heute auf morgen abänderbar sei. Zudem habe das in den 80er und 90er Jahren zwar international vorhandene, aber "in Österreich überproportional bestehende" Problem, Personal- und Kostenprobleme in den Unternehmungen über Entlassungen älterer Arbeitnehmer zu lösen, zu einer Verschärfung der Arbeitsmarktlage beigetragen. ****

Faktum sei, dass es in Europa noch nie so viele alte Menschen und so wenig Nachwuchs gegeben habe. Gerade einmal 38 Prozent der 50- bis 64-jährigen stünden in Euroopa noch im Arbeitsprozess. Österreich zähle hier mit 28,6 Prozent zu den Schlusslichtern. Das sozialdemokratisch geführte Schweden, das in der vergangenen Zeit Reformen umgesetzt habe, die "wir in Österreich in den nächsten Wochen noch durchführen müssen und werden", weise demgegenüber in dieser Bevölkerungsgruppe eine Erwerbsquote von 67 Prozent auf. Zudem gebe es in Österreich einen Trend, immer später in das Berufsleben einzusteigen, immer kürzer im Erwerbsleben zu verweilen und, als "Segnung der gestiegenen Lebenserwartung", immer länger in der Pension zu verbleiben. Während die Verweildauer in der Pension im Jahre 1970 noch 8,8 Jahre betragen habe, sei diese im Jahr 2001 auf über zwanzig Jahre gestiegen. "Das ist natürlich auch ein Finanzierungsproblem, vor allem dann, wenn man bedenkt, dass die Menschen heute schon weniger als die Hälfte des gesamten Lebens im Erwerbs- und damit Beitragsleben stehen", so Bartenstein.

Diese Entwicklung sei nicht nur eine Frage der Gesellschaftspolitik oder der Finanzierbarkeit des Pensionssystems, sondern auch eine der Wettbewerbsfähigkeit. "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass eine höhere Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer aus Wettbewerbsgründen für Österreich unbedingt erforderlich ist." Es gebe keinen Hinweis darauf, dass ältere ArbeitnehmerInnen weniger produktiv, weniger leistungsfähig wären, als jüngere. "Unser Ziel muss es sein, die Menschen durch Motivation und Schaffung von Rahmenbedingungen länger im Erwerbsleben zu halten und zu einem höheren Pensionsanrittsalter zu kommen. Ein Pensionsantrittsalter von etwas über 58 Jahren bei Männern macht uns wahrscheinlich sogar zu Weltmeistern in Sachen Pensionsantrittsalter, kann aber aus Sicht der Nachhaltigkeit nicht länger vertreten werden", so Bartenstein. Ein längerer Verbleib im Erwerbsleben und ein späterer Eintritt in die Pension könne aus volkswirtschaftlicher Sicht, aber auch aus Sicht der Bürger, bei dementsprechend altersgerechter Gestaltung des Arbeitslebens, nur als win-win-Situation gesehen werden. "Wir sind auf gutem Wege dorthin. Die Arbeitswelt wird altersgerechter, daran werden wir weiter arbeiten."

Die ÖVP habe in Richtung älterer Arbeitnehmer, aber auch für jene unter 25 Jahren Maßnahmen gesetzt, die im Jahr 2004 mit 345 Millionen Euro Mehraufwand verbunden sein werden. Dies sei eine "enorm wichtige Investition in die Arbeitsmarktsituation". Neben der Lohnnebenkostensenkung mit Jänner 2004, der Einführung des Rechtsanspruches auf Qualifikation für unter 25- und über 50-jährigen durch das AMS sei vor allem die Fortsetzung des Altersteilzeit-Projektes zu nennen. Hier würden die Übergangsbedingungen sicher stellen, "dass Menschen, die heute schon in Altersteilzeit sind oder in den nächsten Monaten gehen werden, tatsächlich auch gesichert in den Ruhestand gehen können. Weiters würde das Bonus-Malus-System für ältere Arbeitnehmer frauengerechter gestaltet werden.

Bartenstein merkte abschließend an, es gebe "immer mehr Unternehmen", die konsequent die richtigen Maßnahmen zur Wahrung der Interessen älterer Arbeitnehmern setzen, "weil sie wissen, dass sie andernfalls in zehn, fünfzehn Jahren nicht mehr die gewohnte Qualität erzielen können."

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