Grillitsch: Bauern sind weder Gewinner noch Verlierer der Pensionsreform

Schüssel wird seiner Verantwortung für Österreich gerecht

Wien (AIZ) - "Die Bauern sind unterschiedlich von den Maßnahmen
der Pensionssicherungsreform betroffen. Sie verfügen über die mit Abstand niedrigsten Pensionen und liegen im Pensions-Ranking auch noch weit hinter den Arbeitern. Nichtsdestotrotz gibt des noch immer Benachteiligungen auf der einen Seite, aber auch Erleichterungen auf der anderen Seite." Dies teilte heute Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch in einer Aussendung mit.

"Zu den Verbesserungen gehört so etwa die stufenweise Absenkung des fiktiven Ausgedinges von 27% auf 20% als dringend notwendige sozialpolitische Maßnahme für Bauernpensionisten, deren Pension unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz liegt. Es handelt sich dabei nicht zuletzt auch um eine vom Bauernbund schon lange angestrebte Abfederungsmaßnahme. Darüber hinaus wird die auch für die Landwirtschaft anwendbare 'Hacklerregelung' nicht nur bis 2006, sondern in leicht abgeänderter Form bis 2010 verlängert und die Abschläge begrenzt. Die schwere Arbeit in der Landwirtschaft, dem 'Hackeln', wird damit Rechnung getragen. Härtefälle müssen dabei Berücksichtigung finden. Von erheblicher Bedeutung für bäuerliche Mütter - speziell mit mehreren Kindern - ist auch die Tatsache, dass Kindererziehungszeiten den Durchrechnungszeitraum um drei Jahre verringern und bis zu 50% höher bewertet werden als bisher", unterstrich Grillitsch.

"Benachteiligungen der Bauern im Vergleich zu anderen Beitragszahlern bestehen nach wie vor im Bereich der Invaliditätspensionen. In diesem Bereich bedarf es noch der Anpassung. Fast alle anderen Reformschritte treffen die Bauern genauso wie alle anderen Pensionsbeitragszahler: zum Beispiel die 2000 eingeführte Begünstigung, nach der man bereits nach 40 statt nach 45 Jahren eine Pension von 80% erhält, wird bis 2006 stufenweise zurückgenommen", so der Bauernbundpräsident.

"Abzulehnen sind jedenfalls Vorschläge der SPÖ, wonach unter dem Deckmantel der sofortigen 'Harmonisierung' der Beitragssysteme die Bauern und Gewerbetreibenden massiv belastet und damit eine Verzögerung der dringend notwendigen Reform finanziert werden sollen", erklärte Grillitsch.

"Es wäre unseren Kindern und Kindeskindern gegenüber unverantwortlich, beim Pensionssystem jetzt die Hände in den Schoß zu legen und den immer größer werdenden Handlungsbedarf zu prolongieren oder gar zu ignorieren. Es wäre darüber hinaus egoistisch, den kommenden Generationen die Schulden eines nicht mehr zeitgemäßen Pensionssystems zu hinterlassen. Der gelebte Generationenvertrag funktioniert nur mit Weitblick, einem Höchstmaß an Verantwortung und Nachhaltigkeit. Alles das beweist der Kanzler, wenn er jetzt mutige und vielleicht unbequeme Reformen durchsetzt. 'Zukunft braucht Verantwortung' ist eben kein leeres Schlagwort. Auch die Bauern tragen ihr Scherflein zu diesem Weg der nachhaltigen Pensionssicherung bei. Für uns Bauern ist das nichts Neues, weil wir auch in anderen Lebensbereichen schon seit Generationen gewohnt sind, das Prinzip der Nachhaltigkeit zu leben und Verantwortung zu übernehmen", so Grillitsch abschließend.
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