Ein Abend der Improvisation im RadioKulturhaus: Elke Krystufek und die Linzer Philharmonie

Wien (OTS) - Provokante Performances, Körperlichkeit der Kunst, Enfant terrible der Wiener Szene - sagen Kritiker. Sie aber sagt:
"Hinter den meisten meiner Arbeiten steht ein malerischer Gedanke." Am Mittwoch, den 7. Mai ist Elke Krystufek zu Gast im RadioKulturhaus und wendet sich einem bisher ungewohnten Genre zu: Sie tritt als Sängerin auf und wird vom Amateur-Orchester Linzer Philharmonie mit schrägen Klängen begleitet.****

Der international erfolgreichen und viel diskutierten Künstlerin Elke Krystufek war kürzlich eine Personale in der Sammlung Essl gewidmet. Die Ausstellung "Nackt & mobil", die vor wenigen Tage zu Ende ging, zeigte die erste umfassende Werkschau ihres inhaltlich und medial reichen Oeuvres. Im Zentrum von Krystufeks Schaffen, das sich aus Collagen, Leinwandbildern, Fotografien, Zeichnungen, Videos, Installationen und Performances zusammensetzt, steht das Selbstporträt. Die Kunstfigur "Elke Krystufek" ist als Projektionsfläche ein Spiegelbild visualisierter gesellschaftlicher Zuschreibungen. Was geschieht nun, wenn diese Kunstfigur leibhaftig als Sängerin auf die Bühne tritt? Wenn sich das wandelnde Selbstporträt auf ein Publikum einlassen muss? Im Großen Sendesaal wird am 7. Mai eine weitere Folge der provokanten Krystufek'schen Soap-Opera für die Gesellschaft des Spektakels inszeniert.

Begleitet von der Linzer Philharmonie singt Krystufek eine ungewöhnliche Auswahl an Musikstücken - von "Habanera" aus Bizets "Carmen" und dem "Triumphmarsch" aus Verdis "Aida" über Frank Sinatras "New York, New York" bis zu Udo Jürgens "Und immer wieder geht die Sonne auf".

Die Linzer Philharmonie, ein etwa 60 Personen umfassendes Orchester, wurde im April 2000 von Hannes Langeder gegründet. Der Beiname "Dilettantenorchester" vermag eine Besonderheit dieser Formation auf den Punkt zu bringen: Wesentlich ist nicht, dass die Musikerinnen und Musiker einstudierte Stücke mit Perfektion, sondern vielmehr mit Leidenschaft und Begeisterung spielen. Das fehlerfreie Beherrschen eines Instruments ist also kein Kriterium für die Beteiligung an dem Orchester; ausschlaggebend sind Lust am Spielen sowie die Bereitschaft, Fehler zu machen und sich auf das Unvorhersehbare einzulassen. Das bewusste Spiel des "Dilettantenorchesters" mit dem Mittel des musikalischen Fehlers dient als Metapher für Menschlichkeit und die ihr ureigene Eigenschaft der Unzulänglichkeit. Die Auftritte der Linzer Philharmonie sind imposant, unterhaltsam, ja fast spektakulär. Die Bandbreite ihres Repertoires von ernster Musik über die Operette bis hin zu Pop, die Verknüpfung unterschiedlicher Ausdrucksformen -Performance, Musik, Tanz, Schauspiel etc. - auf der einen Seite und die Konzeption des Orchesters als eine alternative Form eines sozialen Modells auf der anderen lassen sich nur unter einem erweiterten, offener definierten Kunstbegriff verstehen.

Ergänzend zu den Gesangseinlagen von Elke Krystufek werden Liebesgedichte (Goethe bis Nietzsche) vorgetragen; Balletteinlagen der zehnköpfigen Formation "Die Buschwindröschen" komplettieren diesen Abend, der unter dem Motto der Improvisation steht. Ein Abend mit ungewissem Ausgang ...

Elke Krystufek und die Linzer Philharmonie sind am Mittwoch, den 7. Mai 2003 im Großen Sendesaal des RadioKulturhauses zu erleben. Beginn ist um 19.30 Uhr, Eintritt: 11 Euro. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Sammlung Essl. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um Ihre Zusage unter der Telefonnummer 01/501 01/18175. Weitere Informationen zum Programm des RadioKulturhauses gibt es auf der Homepage http://kultur.orf.at/radiokulturhaus oder über das Kartenbüro (Tel. 01/501 70-377).(hb)

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