Kroatien: Auf der Überholspur nach Europa

Koren: "Auch wenn wir keine gemeinsame Grenze haben, ist Kroatien für uns ein Nachbarland und wir wollen es bald als Mitglied der EU sehen"

Wien (PWK263) - Gestern Abend referierte Neven Mimica, Minister
für Europäische Integration der Republik Kroatien, im Club Internationale Wirtschaft der WKÖ über den Aufbruch Kroatiens in die EU und die dafür notwendigen strukturellen Veränderungen und Reformen.

Die Aufnahme Kroatiens in die europäische Staatengemeinschaft liegt nicht nur im nationalen Interesse Kroatiens, sondern ist sowohl für die EU aus gesamtpolitischer Sicht als auch für Österreich in Anbetracht seiner dynamischen Wirtschaftsbeziehungen zu Kroatien von größtem Interesse. Darauf wies auch der Leiter der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO), Walter Koren, hin: "Kroatien ist für uns ein Nachbarland, auch wenn wir keine gemeinsame Grenze haben. Wir wollen Kroatien bald in der Europäischen Union sehen, den richtigen Weg dazu hat es schon eingeschlagen." Österreichischen Unternehmen rät Koren in Hinblick auf die europäische Integration Kroatiens, nicht nur dessen Markt gesondert zu betrachten. Koren: "Austro-Unternehmen sollen, wenn sie nach Kroatien gehen, an die gesamte Region denken. Das Land ist ein ideales Sprungbrett, um in die angrenzenden Balkanstaaten zu expandieren. Kroatien hat mit allen Ländern der Region Freihandelsabkommen."

Neven Mimica betonte, dass es vom eingeschlagenen Weg nach Europa kein Zurück gebe: "Trotz der nötigen Reformen und den damit verbundenen teilweise großen Einschnitten sind 78 Prozent der Bevölkerung für die EU-Mitgliedschaft." Im Dezember 2002 kam diesbezüglich auch ein politischer Schulterschluss aller Parteien zu Stande. Mimica: "Nach drei Jahren intensiver Debatte gab es endlich einen Konsens von links bis rechts für den Weg in die EU." Er hofft, dass die Beitrittsverhandlungen Mitte 2004 starten und Ende 2006 abgeschlossen sein könnten: "Wir wollen in der zweiten Erweiterungsrunde 2007 gemeinsam mit Rumänien und Bulgarien auf alle Fälle dabei sein. Wir kämpfen dabei aber nicht gegen diese beiden Staaten, sondern mit uns selbst für den ehestmöglichen Zeitpunkt." Der Transition-Report der EU bescheinigt Kroatien auch große Fortschritte auf dem dafür nötigen Reformweg. "Wir werden auch bald den Status einer funktionierenden Marktwirtschaft erhalten", erwartet Mimica. Die Wirtschaft befinde sich im Wachstum und liege im Vergleich zu den jetzigen zehn EU-Beitrittsstaaten im Mittelfeld. Die Wettbewerbsfähigkeit müsse jedoch noch erhöht und die Investitionsbedingungen müssten verbessert werden. Das BIP-Plus werde heuer zwischen vier und fünf Prozent liegen und somit über den Wachstumsraten der meisten aktuellen EU-Staaten. Wermutstropfen sei nach wie vor die hohe Arbeitslosigkeit von 16 Prozent (2002), die heuer auf 14 Prozent gedrückt werden soll.

Die österreichischen Wirtschaftsbeziehungen zu Kroatien laufen indes hervorragend. Österreich ist seit zehn Jahren mit 2,3 Mrd Euro der größte Auslandsinvestor. Die Exporte machten im vergangenen Jahr 989 Mio Euro aus, was einer Steigerung gegenüber 2001 von 11,6 Prozent gleich kommt. Die Importe aus Kroatien legten um 13 Prozent auf 363 Mio Euro zu. (BS)

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