AVISO/Diskussionsabend: Bioethik-Diskussion braucht Perspektivenwechsel

Ethikerin Praetorius plädiert für neues Nachdenken über Menschenwürde

Wien (OTS) - Diskussionsabend am 5. Mai will Alternativen im
Umgang mit sogenannt bioethischen Fragen aufzeigen - Feministische Ethikerinnen plädieren für öffentliche Diskussionen - Nachdenken über Menschenwürde braucht Perspektive der Bezogenheit und der Historizität und muss Fragen der Geschlechterdifferenz miteinbeziehen

Gängige Diskussionen rund um Fragen der Bioethik werden meist abseits der breiten Öffentlichkeit von überwiegend männlichen Experten aus Medizin und Technik geführt. Frauen als Hauptbetroffene kommen - wie auch Menschen mit Behinderungen - in den Diskussionen kaum zu Wort. "Menschenwürde" wird in erster Linie isolierten Wesenseinheiten zugesprochen.

Die deutsch-schweizerische Ethikerin Ina Praetorius, die seit Jahren mit kritischen Thesen zu Fragen der sogenannten Bioethik aufhorchen lässt, plädiert - wie viele ihrer Kolleginnen - für ein neues Nachdenken über Menschenwürde, das Erfahrungen der Bezogenheit des einzelnen genauso ernst nimmt, wie die Rechte und Bedürfnisse von Frauen.

Technikfixierte Lösungsansätze müssten jeweils auf ihre Lebensdienlichkeit überprüft werden, deren Verstrickung in Mechanismen der Herrschaft und des ökonomischen Profits stärker beachtet werden, so die Ethikerin in der von ihr im letzten Sommer initiierten "Salzburger Erklärung zur sogenannten" Bioethik. Mit der Veröffentlichung der Erklärung wollten die Verfasserinnen auch ein Signal für die Notwendigkeit verstärkter öffentlicher Diskussionen setzen.

Im Rahmen der Tagung "Frauenbildung trifft Frauenkörper" (Wien, 5./6. Mai) stellt Praetorius ihre Thesen in Form eines Kurzvortrags am Montag 5. Mai, 20.00h vor, um sie anschließend mit Brigitte Primer von der >Ethikkommission FÜR die Bundesregierung<, Brigitte Steingruber vom Projekt "Gentechnik und Alternativen" des Frauengesundheitszentrums Graz und Brigitte Ratzer, Univ.Ass. am Institut für Technik und Gesellschaft der TU Wien und Mitfrau im Verein FLUM'INUT (Frauen, Lesben und Mädchen in Naturwissenschaften und Technik) zu diskutieren und weiter zu entwickeln.

Vortrag und Podiumsgespräch mit:
Ina Praetorius, Theologin und Ethikerin, Initiatorin der Salzburger Erklärung zur sogenannten Bioethik, Krinau/CH
Birgit Primer, Vorsitzende der "Ethikkommission für die Bundesregierung"
Brigitte Steingruber, Frauengesundheitszentrum Graz, Projekt "Gentechnik und Alternativen"
Brigitte Ratzer, Univ. Ass. Am Institut für Technik und Gesellschaft der TU Wien, Verein FLUMINUT, Wien

Wann: Montag, 5. Mai 2003, 20.00h
Wo: Kardinal-König-Haus, Lainzerstr. 138, 1113 Wien

Rückfragen & Kontakt:

Kontakt:
Michaela Moser, Tel. 0676-544 26 46
michaela.moser@nextra.at
www.frauenbildung.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKR0001