Abfertigungsenteignung folgt Pensionsraub!

GBH-Driemer: Abfertigung muss frei verfügbar bleiben

Wien (GBH/ÖGB). "Wieder einmal beweist mit dem Salzburger RFW-Obmann Helmut Haigermoser ein Spitzenvertreter der FPÖ, dass diese Partei keineswegs der 'Anwalt des kleinen Mannes' ist, als der sie sich so gerne darstellt", so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer zu der Forderung Haigermosers, die "Abfertigung neu" müsse per Gesetz in eine zweite Pensionssäule umgewandelt werden.++++

Driemer weiter: "Haigermoser begründet dies mit der geplanten Pensionsantrittsalterserhöhung und der Kürzung der Pensionshöhe durch die Bundesregierung. Herr Haigermoser, statt hier der Enteignung der Menschen bei der Abfertigung das Wort zu reden, sollten Sie lieber auf Ihre Parteifreunde im Nationalrat einwirken, dem geplanten Pensionsraub nicht zuzustimmen. Gerade als Vertreter der Wirtschaftskammer müsste Ihnen klar sein, dass eine Pensionsreform, die nicht mit dem Gesundheitssystem und dem Arbeitsmarkt vernetzt ist, niemals langfristig das Pensionssystem sichern kann, sondern nur zum kurzfristigen Stopfen von Budgetlöchern vorgesehen ist."

Driemer betont, dass eine Abfertigung immer als solche gesehen werden muss. "Es ist erschütternd, dass ein Funktionär der Wirtschaftskammer den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das Recht absprechen möchte, selbst zu entscheiden, was sie mit ihrem Geld tun möchten. In einer Demokratie sollte diese Entscheidungsmöglichkeit selbstverständlich sein. Im Falle einer Auflösung des Dienstverhältnisses brauchen die Menschen - und hier gerade die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - oft jeden Cent, um über die Runden zu kommen, bis ein neuer Job gefunden wird. Es ist unverantwortlich, Herr Haigermoser, wenn Sie mit Ihrer Partei diesen enormen Pensionsraub mittragen und gleichzeitig von den Menschen in Österreich fordern, dass sie diese Verluste zum Teil mit ihrer Abfertigung ausgleichen sollen. Die Abfertigung neu wurde sozialpartnerschaftlich erarbeitet. Ihre Äußerungen sind für mich ein weiterer Beweis dafür, dass die FPÖ die Sozialpartnerschaft auf allen Ebenen bekämpft", so Driemer abschließend.

ÖGB, 30. April 2003 Nr. 313

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