Studie: Verringerte Emissionen von bis zu 90 Prozent durch neue Abgasbestimmungen

FV Fahrzeugindustrie und WKÖ für Mautbonus bei schadstoffarmen Lkw

Wien (PWK246) - Mit einer neuen Studie zu EU-weiten
Abgasgrenzwerten und Zertifizierungsmethoden für schwere Nutzfahrzeuge meldete sich heute, Freitag, der Fachverband der Fahrzeugindustrie im Rahmen einer Pressekonferenz zu Wort. Die von Univ.-Prof. Ernst Pucher vom Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Kraftfahrzeugbau der TU Wien im Auftrag des Fachverbands erstellte Untersuchung zeigt, dass durch die neuen Abgasbestimmungen die Stickstoffoxidemissionen von 1990 bis 2020 pro gefahrenen Kilometer um 80 Prozent und die Emissionen an Russpartikeln um 90 Prozent abgesenkt werden. "Darüber hinaus bestätigen umfangreiche Real-life Abgasuntersuchungen in Straßentunnel, dass von 1988 bis 1997 die Nox-Abgasemissionen eines durchschnittlichen schweren Nutzfahrzeuges pro gefahrenem Kilometer auf die Hälfte gesunken sind", so Pucher.

Durch die Einführung der Euro IV-Lkw 2005 und der Einführung der Euro V-Klasse 2008 würden sich die Abgasgrenzwerte nochmals sehr deutlich reduzieren. Diese Entwicklung sei im Hinblick auf umwelt- und verkehrspolitische Überlegungen bedeutsam, betonte der Leiter der Umweltpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich, Stephan Schwarzer. Im Hinblick auf einen besseren Schutz der Bevölkerung vor dem weiter wachsenden Verkehrsaufkommen gebe es keine bessere Maßnahme als auf High-tech-Lkw zu setzen. "Um die EU-weit vorgegebenen Standards zu überspringen und deren Machbarkeit termingerecht zu realisieren, bedarf es größtmöglicher technologischer Anstrengungen der österreichischen Fahrzeugindustrie. Dass wir am richtigen Weg sind, beweist u.a. die 1986 getroffene freiwillige Selbstverpflichtung am Abgassektor und die bisher getroffenen laufenden Verbesserungen bei Abgasgrenzwerten -und messmethoden", betonte der Obmann des Fachverbandes, Bruno Krainz.

Der Wirtschaft müssten aber Anreize gegeben werden, um auf diese fortschrittlichen Lkw setzen zu können. "Die Politik kann dazu beitragen, dass Emissionsreduktionen schneller oder weniger schnell vorangehen. Fahrverbote sind hierfür nicht unbedingt das beste Mittel", so Schwarzer. So hätten Nachtfahrverbote u.a. Spitzenzeiten in den Morgenstunden und Staus zur Folge. Nach Berechnungen des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie steigere sich der Kraftstoffverbrauch allein durch einen Halt pro Kilometer von 27,7 Liter pro 100 Kilometer bei konstanter Fahrweise auf 53 Liter. Bei einem Fahrzyklus von 2 Stopps pro Kilometer betrage dieser Wert bereits 78,3 Liter - habe sich also fast verdreifacht, unterstrich Krainz.

Deshalb fordere die Wirtschaft Ausnahmen für die derzeit bestmöglich Lkw-Klasse Euro III. Die deutsche Mautverordnung sehe bereits eine Unterscheidung in die verschiedenen Euro-Klassen vor. "Die beste verfügbare Kategorie soll mit einem Bonus versehen werden", forderten Krainz und Schwarzer unisono. Dieser Bonus, so Schwarzer, könne 25 Prozent sowohl beim Road pricing als auch den Sondermauten betragen. Österreich würde sich damit im von der EU vorgegebenen Bereich befinden. In Hinblick auf das ab 2004 in Betrieb befindliche Road Pricing merkte Krainz an, dass "ein vernünftiger Kompromiss" eingehalten werden sollte. Die Industrie stehe den derzeitigen Entwicklungen nämlich nicht nur positiv gegenüber. (us)

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