WKNÖ fordert Gleichbehandlung bei Natura 2000-Leistungen:

Wirtschaft nicht schlechter stellen als Landwirtschaft!

Wien (OTS) - Bei Abgeltungen für Naturschutzleistungen im Zusammenhang mit der Natura 2000 darf die Wirtschaft nicht schlechter gestellt sein, als die Landwirtschaft.

"Es ist nicht einzusehen, dass derzeit insbesondere nur den bäuerlichen Betrieben der Zugang zu den entsprechenden EU-Fördertöpfen offen steht",im Zuge der Diskussion über die Finanzierung von Natura-2000 Leistungen auf europäischer Ebene tritt Sonja Zwazl, Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich, für eine Gleichbehandlung von Wirtschaft und Landwirtschaft ein. Im Gegensatz zur Wirtschaft sind die Naturschutzleistungen der Bauern bereits seit Jahrzehnten vertraglich abgesichert. So wird zum Beispiel einem Landwirt, der seinen Acker in einem Nationalpark nur mehr als Mähwiese nutzen darf, der Verdienstentgang abgegolten.

Ähnliches fehlt bis dato im Bereich der Wirtschaft. Finanzielle Abgeltungen für Naturschutzleistungen wurden praktisch nur dann gewährt, wenn der Betrieb durch die Einschränkungen nicht mehr existenzfähig war. Mit der Natura 2000 kommen nun eine Reihe von Mehrbelastungen auf die Wirtschaft zu. Für die Wirtschaft passende EU-Förderinstrumente sind aber derzeit dafür nicht vorgesehen.

Fördermodelle überdenken

Deshalb ,so Zwazl, sei auch die EU aufgerufen ihre Fördermodelle zu überdenken. "Wenn etwa ein Unternehmen zum Schutz brütender Vögel eine Lärmschutzwand errichten muss, leistet es damit eindeutig einen positiven Beitrag im Sinne des Naturschutzes."
Ähnlich sei der Fall gelagert, wenn deshalb eine Zufahrt zu einem Betriebsgelände nur mehr eingeschränkt genutzt werden dürfe. Deshalb fordert die Wirtschaftskammer Niederösterreich für ihre Mitglieder vertraglich abgesicherte Abgeltungen, wie sie in der Landwirtschaft längst erprobt sind.

Ins gleiche Horn stößt Stephan Schwarzer, Umweltexperte der Wirtschaftskammer Österreich. Er sieht es als vordringliche Aufgabe der Landesregierungen an, rechtzeitig geeignete Finanzierungsinstrumente zur Abgeltung der Naturschutzleistungen der gewerblichen Wirtschaft auszuarbeiten. Diese seien Voraussetzung für entsprechende Co-Finanzierungen durch die EU. Bei der Entwicklung derartiger Finanzierungsinstrumente sei zudem auf die Einfachheit der Abwicklung und die Dauerhaftigkeit der Finanzierung zu achten. Denn der Schutz von Natura - Gebieten müsse ebenfalls auf lange Sicht gewährleistet sein, so Schwarzer.

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