Pensionsreform führt "zwanghaft zu weiblicher Armut"

FCG-Vizevorsitzende schreibt Bundeskanzler Schüssel

Linz (OTS) - Bei der Pensionsreform gehen nach wie vor auch ÖVP-intern die Wogen hoch: In einem Schreiben an Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel legt die stellvertretende Vorsitzende der NÖ Christgewerkschafter, AK-Rätin Ingrid Kreuzer, in sehr sachlicher Form dar, dass "die von der Regierung vorgelegte Pensionsreform geradezu zwanghaft eine zukünftige Form der weiblichen Armut" nach sich ziehe. Kreuzer, die zugleich Betriebsrats-Vorsitzende des NÖ Hilfswerks ist, führt in dem Brief an, dass im stark anwachsenden Dienstleistungssektor des Sozialbereiches grossteils solche Frauen beschäftigt sind, die nach kindbedingter Unterbrechung als nur teilzeitbeschäftigte Spät- oder Wiedereinsteigerinnen ohnedies unterdurchschnittlich verdienen, auch im Vergleich mit anderen Branchen. Unter bestimmten Voraussetzungen gebe es durchaus Verständnis für eine Pensionsreform. Jedoch könne "eine Pensionssicherung ohne Maß und vorwiegend zu Lasten bestimmter Bevölkerungsgruppen - der Frauen - bei niemanden Verständnis finden".

Die Christgewerkschafterin sieht folgende Punkte als
unabdingbar an:

  • Verringerung des Durchrechnungszeitraumes durch Berücksichtigung der Kindererziehungszeiten
  • Anhebung der Anrechnung der pensionsbegründenden Kindererziehungszeiten auf 24 Monate pro Kind auch für Bezieherinnen von Karenzgeld (nicht nur bei Kinderbetreuungsgeld).
  • bessere Aufwertungsfaktoren für weiter zurückliegende Beitragsjahre.
  • Festhalten am derzeitigen Umlageverfahren
  • Harmonisierung der Pensions-Systeme nicht erst in einem zweiten Schritt.

Eine Pensionsreform, so hält Kreuzer abschließend fest, müsse "für die Betroffenen nachvollziehbar, gesamtheitlich und sozial verträglich gestaltet sein und selbstverständlich auch auf den Vertrauensschutz bedacht nehmen".

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