Teleworking in Österreich stark gestiegen-

Spectra-Umfrage zeigt gutes Image der Telearbeit

(Wien, 25.4.2003) - Der Anteil der TeleheimarbeiterInnen
in Österreich ist in den letzten fünf Jahren stark
gestiegen. Das zeigt eine im November des Vorjahres
durchgeführte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes "Spectra": Demnach waren im
Vorjahr 12 Prozent der österreichischen
Erwerbsbevölkerung - das sind rund 452.000
ÖsterreicherInnen ab 15 Jahren - entweder selbst als TelearbeiterInnen beschäftigt oder kennen jemanden, der
mit Telearbeit sein Geld verdient. 1997 waren dies nur
acht Prozent. Damit ist der Anteil der klassischen "TeleheimarbeiterInnen", das heißt der Personen, die von
zu Hause aus am PC arbeiten, in Österreich in den
letzten fünf Jahren um vier Prozentpunkte angestiegen.
"Die Telearbeit wird weiter zunehmen. In den nächsten
Jahren erwarten wir eine weitere Steigerung auf
insgesamt 15 Prozent", erklärte Herbert Böhm,
Vorstandsmitglied des Arbeitsmarktservice Österreich,
auf der heute, Freitag, vom ÖAAB veranstalteten Enquete
zum Thema Teleworking.

Die Spectra-Umfrage beweist zudem das gute Image
von Telearbeit. 62 Prozent der Befragten beurteilten
Telearbeit als "gute Sache", 26 Prozent waren
gegenteiliger Meinung und 12 Prozent unentschieden. Als
Gründe für das positive Image werden die Vorteile der "Teleheimarbeit" genannt, die überall dort besonders zum
Tragen kommen, wo Beschäftigte in ihrer Mobilität
eingeschränkt sind. So können über Telearbeit
beispielsweise behinderte Menschen oder BewohnerInnen
ländlicher Regionen leichter in das Erwerbsleben
integriert werden. Die flexible Zeiteinteilung
erleichert zudem die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie. "Telearbeit ermöglicht daher vor allem für Wiedereinsteigerinnen und Kindergeldbezieherinnen
Erwerbsarbeit und flexiblere Arbeitseinteilung und -
organisation", so Böhm.

Utl.: Telearbeit verändert die Arbeitswelt im Dienstleistungsbereich

Neben der klassischen Form der Arbeit am PC von zu Hause
aus ist Telearbeit in ausgelagerten Bürogemeinschaften
oder als mobile Tätigkeit wie zum Beispiel im
Außendienst bereits etabliert. Mit der Ausweitung der
Telearbeit ist eine Revolution der traditionellen
Arbeitsstrukturen zu erwarten. Der Grund für die
Entwicklungen liegt in den neuen Möglichkeiten der
Kommunikation. Experten prognostizieren den verstärkten
Einsatz von Telearbeit vor allem im
Dienstleistungsbereich. Tätigkeitsfelder, in denen
Telearbeit bereits genutzt wird sind Arbeiten zum
Beispiel im Außendienst, in der Buchhaltung, der Datenbankentwicklung und -erfassung oder in Beratungsdienstleistungen. IT-Unternehmen,
Versicherungen, Banken, Anwalts- oder Steuerberatungs-,
Architekten- und Ingenieurbüros, Verlage oder Radio/TV-
Stationen bieten weitere Anwendungsbereiche für
Telearbeit. Die Ausweitung der
Beschäftigungsmöglichkeiten im Dienstleistungsbereich
eröffnen neues Potenzial für die künftige Nutzung von
Telearbeit.

Für Unternehmen ist ein wesentlicher Vorteil der
neuen Arbeitsform die Flexibilisierung des
Ressourceneinsatzes: Durch Telearbeit können die Kosten
für Büroraum und -ausstattung gesenkt und die Wegzeiten
für ArbeitnehmerInnen verringert werden. Die flexible Zeiteinteilung erhöht die Produktivität und Motivation
der MitarbeiterInnen. Als Nachteile von Telearbeit
werden von Unternehmen Kommunikationsprobleme,
unzureichende Datensicherheit und hoher technischer, organisatorischer und Telekommunikationsaufwand
angeführt.

Utl.: Neuer Arbeitnehmertyp gefragt

Die Arbeitszeit als Bewertungsmaßstab für die erbrachte
Leistung rückt bei Telearbeit in den Hintergrund. Was
nunmehr zählt, ist das Arbeitsergebnis. Für die neue
Arbeitsform ist ein neuer Arbeitnehmertyp gefragt:
Voraussetzung für Telearbeit ist eine hohe
Eigenverantwortlichkeit und Eigenmotivation der
MitarbeiterInnen, die ihre Tätigkeit ohne Anleitung
durchführen. Neben der Fähigkeit zur Selbstorganisation
benötigt der neue Arbeitnehmertyp ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit, um die Transparenz der
Arbeitsabwicklung und den Informationsaustausch mit dem
Betrieb zu gewährleisten. Durch die Möglichkeit der
flexibleren Arbeitseinteilung steigt die
Arbeitszufriedenheit und die Produktivität der
Dienstleistung.
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