NACHHALTIGE VERKEHRSPOLITIK INTEGRIERT GESUNDHEITS- UND UMWELTASPEKTE

Startschuss zu internationalem Verkehrs-Aktionsprogramm heute in Wien

Wien (OTS). Das Verkehrsaufkommen stellt europaweit eine der Hauptursachen für Luftverschmutzung, Lärm und Flächenverbrauch dar. Dies kann erhebliche volkswirtschaftlichen Kosten im Gesundheits- und Umweltbereich verursachen, die aber vielfach noch unberücksichtigt bleiben. Insbesondere Kinder als besonders sensible Risikogruppe müssen vor den negativen Auswirkungen des Verkehrs geschützt werden. Eine nachhaltige Verkehrspolitik muss daher auf die verstärkte Integration von Gesundheits- und Umweltaspekten abzielen. Dies betont der Generalsekretär des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Werner Wutscher, anlässlich des Starts des Umsetzungs-projektes für das Aktionsprogramm "Transport, Gesundheit, Umwelt" der Weltgesundheits-Organisation (WHO) und der UN-Wirtschafts-kommission für Europa (UN-ECE).****

Neben Österreich, das die Projekt-Koordination inne hat, nehmen mit der Schweiz, Finnland, Malta, Niederlande und Schweden fünf weitere europäischen Staaten an diesem 2-Jahres-Projekt, das den Titel "Transport Related Health Impacts - Costs and Benefits with a Particular Focus on Children" trägt, teil. National wird diese wichtige Initiative vom Lebensministerium, welches die Projektleitung inne hat, sowie vom Bundes-ministerium für Gesundheit und Frauen und vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation & Technologie unterstützt. Ziel des Projektes, das von 2003 bis 2004 abgewickelt wird, ist es, die verkehrsbedingten Umwelt- und Gesundheitseffekte zu evaluieren und diese soweit wie möglich monetär zu bewerten. Dabei werden sowohl negative Effekte wie Luftverschmutzung, Lärm, Unfälle, psychosoziale Effekte, und Klimaänderung, aber auch positive Effekte wie verstärkte körperliche Bewegung (Radverkehr!) miteinbezogen. Der besondere Schwerpunkt des Projektes wird dabei auf dem Aspekt Kindergesundheit liegen.

Der Straßenverkehr stellt insbesondere ein Risiko für Kinder dar:
Jedes Jahr fallen in der Europäischen Union rund 1300 Kinder Verkehrsunfällen zum Opfer, in Gesamteuropa sind beinahe 7000 Todesfälle bei Kindern zu beklagen. Epidemiologische Studien zeigen zudem einen eindeutigen Zusammenhang zwischen verkehrsbürtigen Schadstoffen und Gesundheitsschäden. Kinder sind wegen ihres Körperbaus wiederum besonders betroffen.

Österreich hat in den letzten Jahren bereits wichtige Initiativen im Hinblick auf eine umwelt- und gesundheitsverträgliche Verkehrpolitik gesetzt: so wurde bereits vor mehr als 10 Jahres die Katalysatorenpflicht eingeführt und verbleites Benzin verboten. Dies führte unter anderem im Zeitraum 1991 bis 2001 zu einer Abnahme von minus 17 % bei Stickoxiden (NOx) und von minus 47 % bei flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) sowie einer drastischen Reduktion bei Bleiemissionen. Auf der anderen Seite war im selben Zeitraum ein Anstieg bei der Gesamtmenge an Fahrzeugen zu verzeichnen (+ 35 % insgesamt bei Autos, bei Dieselfahrzeugen sogar + 257 %). Dies führte zu unerfreulichen Trends wie etwa zu einem Anstieg der treibhauswirksamen Kohlendioxid-Emissionen (+ 31%) und zu einem Anstieg der gesundheitsschädlichen Partikelemissionen (+ 9%) innerhalb von 10 Jahren. Die österreichweite Einführung von schwefelfreiem Benzin und Diesel ab 1. Jänner 2004 und die Hebung der Marktanteile von alternativen Treibstoffen wird einen wesentlichen Beitrag zur Entschärfung dieser Situation leisten.

Daneben unterstützt das Lebensministerium in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen und dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie einschlägige Initiativen der WHO und der UN-ECE für einen umwelt- und gesundheitsverträglichen Verkehrpolitik in Europa: So verabschiedeten beide Organisationen im Jahr 2002 das Programm "THE PEP" (Transport, Health, Environment Pan-European Programm), das federführend von Österreich initiiert wurde. Das transnationale Projekt "Transport Related Health Impacts -Costs and Benefits with a Particular Focus on Children" ist ein wesentlicher Beitrag zur Implementierung von "THE PEP".

Verkehrsbezogene Unfälle, Luftverschmutzung, Lärm und Klimawandel können erhebliche Kosten verursachen, welche aber normalerweise unberücksichtigt bleiben und von der Gesellschaft getragen werden. Eine Analyse der OECD zeigt, dass diese "externen Verkehrskosten" in Westeuropa bis zu 8 % des Brutto-sozial-produktes betragen können, teilt das BMLFUW abschließend mit.

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