Grillitsch: Österreichs Waldbewirtschaftung weltweit Vorbild

44 europäische Forstminister diskutieren "ökologische Chance Holz"

Wien (AIZ) - An der Konferenz der Forstminister am 28. bis 30.04.2003 in der Wiener Hofburg nehmen 44 Forstminister aus ganz Europa teil. Unter Vorsitz des österreichischen Bundesministers Josef Pröll werden gesellschaftlich relevante Themen wie Klimawandel, Artenvielfalt im Wald, sektorübergreifende Kooperationen und ökonomische Situation der Forstbetriebe diskutiert. "In all diesen Bereichen hat die österreichische Forstwirtschaft eine Vorreiterrolle", so der Vorsitzende des Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Fritz Grillitsch, in einer Aussendung.

"Der Wald ist nicht nur prägendes Landschaftselement, Basis für den Tourismus und damit wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern hat im Gebirgsland Österreich darüber hinaus wesentliche Bedeutung zum Schutz der Menschen, ihrer Siedlungen und Verkehrswege gegen Naturgefahren. Aber auch in der österreichischen Handels- und Leistungsbilanz nimmt der Forst- und Holzsektor einen Spitzenrang ein und nicht zuletzt zählt Österreichs Forstgesetz zu den modernsten Europas", sagte Grillitsch weiter.

Wirtschaftsfaktor Wald und Holz

"Jährlich werden nur rund zwei Drittel des Holzzuwachses in Höhe von 30 Mio. Festmeter genutzt. Somit besteht noch ein gewaltiges Nutzungspotenzial an diesem ökologischen Rohstoff. Außerdem leben in Österreich rund 250.000 Menschen von der Nutzung und Verarbeitung von Holz und dies überwiegend im ländlichen Raum. Gemeinsam mit der Holz verarbeitenden Industrie rangiert dieser Wirtschaftszweig mit einem Handelsbilanzüberschuss von rund EUR 2,5 Mrd. nach dem Tourismus an zweiter Stelle. Um die 'ökologische Chance Holz' verstärkt nutzen zu können, dürfen den Waldbewirtschaftern künftig keine weiteren Nutzungserschwernisse aufgebürdet werden. Nur dadurch können diese Arbeitsplätze gesichert oder sogar weiter ausgebaut werden", stellte Grillitsch fest.

Österreichs Forstgesetz hat Vorbildwirkung

Nachhaltigkeit sei die Prämisse des im Jahr 2002 novellierten Österreichischen Forstgesetzes. Dieses träge den berechtigten Wünschen des Naturschutzes in wirtschaftsverträglicher Form Rechnung. Grillitsch: "Österreichs Land- und Forstwirte können mit dem neuen Forstgesetz noch besser als in der Vergangenheit die wichtigsten Funktionen des Waldes, nämlich die Schutz- und Erholungsfunktion und gleichzeitig die Nutzfunktion, also die wirtschaftliche Komponente, nachhaltig umsetzen."

Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist Standard

Durch das PEFC-System (Pan European Forest Certification) sei für die gesamte österreichische Waldfläche der Nachweis erbracht, dass eine umwelt- und sozialverträgliche Waldbewirtschaftung erfolgt. Dieses Holzzertifizierungssystem sei eine Erfolgsstory der europäischen Familienforstwirtschaft. Die gemeinsame Basis dafür liege wiederum im Forstministerprozess. Europaweit seien bisher 47 Mio. Hektar Wald nach PEFC zertifiziert worden, das entspricht knapp der 12fachen Waldfläche Österreichs. "Die nachhaltige Waldbewirtschaftung ist für die österreichischen Waldbesitzer nicht nur ein Schlagwort, sondern gelebte Praxis, wie unabhängige Prüfstellen bestätigen", unterstrich Grillitsch.

Ökostromgesetz eröffnet neue Chancen

"Die klimatischen Veränderungen stellen nicht nur das Ökosystem Wald, sondern damit auch die vom Wald lebenden Menschen vor große Probleme. Auch im Bereich des Klimaschutzes setzt die österreichische Politik positive Akzente. Durch das neue Ökostromgesetz kann die Erzeugung von Energie aus Biomasse weiter ausgebaut und die Verbrennung klimaschädlicher fossiler Energieträger deutlich reduziert werden. Das eröffnet unseren Bauern eine ganz klare Einkommensalternative zur Nahrungsmittelerzeugung und ist ein wesentlicher Beitrag zur Klimastrategie. Darüber hinaus hat die Forcierung der Bioenergie auch positive Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft des ländlichen Raumes. Wenn die vorhandenen Potenziale für nachwachsende Energieträger voll genutzt werden, schafft das bis zu 60.000 zusätzliche Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Diese Zahlen betreffen nicht nur Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft und dem Gewerbe, sondern auch in den Bereichen Errichtung und Betrieb der notwendigen Anlagen", betonte Grillitsch abschließend. (Schluss)

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