ÖAAB-GAJDOSIK: TELEARBEIT ERLEICHTERT VEREINBARKEIT VON BERUF UND FAMILIE

(Wien, 25.3.2003) Der Vizepräsident der Wiener Arbeiterkammer und Fraktionsobmann der Wiener AK-Fraktion "ÖAAB-Christliche Gewerkschafter" Alfred GAJDOSIK präsentierte heute im Zuge einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mag. Herbert Böhm vom AMS Österreich und DI Helmut Leopold von der Telekom Austria seine Überlegungen und Vorschläge zum Thema Telearbeit. Er wies dabei vor allem auf das arbeitsmarktpolitische Potential dieser neuer Beschäftigungsform hin. "Telearbeit" hat Zukunft. Sie wirkt schon jetzt in vielen Bereichen systemverändernd und eröffnet neue Perspektiven und ist nicht zuletzt eine Herausforderung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Interessenvertretungen müssen sich jetzt dieser Herausforderung stellen. Wenn wir es richtig angehen, können wir durch die Förderung von Telearbeitsplätzen die Beschäftigungsquote merklich erhöhen", stellte GAJDOSIK dazu fest.

Utl.: Mehr Integration durch Telearbeit

Der AK-Vizepräsident betonte dabei den integrativen Aspekt von Telerarbeit. Gerade Menschen mit besonderen Bedürfnissen können durch diese neue Beschäftigungsform in den Arbeitprozeß stärker als bisher integriert werden. "Der Wert und die Bedeutung von Telearbeit für diese Gruppe von Mitmenschen darf nicht unterschätzt werden. Physische und technische Barrieren werden dadurch beseitigt werden. Ein Rollstuhl ist kein Hindernis mehr um den Arbeitsplatz zu erreichen und um den jeweiligen Job zu erledigen", betonte GAJDOSIK. Die sukkzessive Rückkehr nach einer Familien- oder Babypause wird nach Ansicht des AK-Vizepräsidenten ebenfalls erleichtert. "Telearbeit ermöglicht eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Frau und Mann haben es dadurch einfacher in die Arbeitswelt zurück zu kehren, oder müssen erst gar nicht ganz aussteigen" betonte er weiters.

Utl.: Schattenseiten und Unklarheiten nicht verbergen

Der Wiener AK-Vizepräsident warnte aber auch davor, die damit verbundenen Risken vollkommen auszublenden. Mehr Analysen sollten deshalb zu dieser Thematik erstellt werden. "Neben den positiven Seiten gibt es aber viele Fragen die aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch beantwortet werden müssen. Viele Auswikungen und Probleme sind noch nicht näher bewertet worden. Die Interessensvertretungen und die Verantwortlichen in der Politik dürfen sich den vorhandenen Schattenseiten nicht verschließen. Sie müssen entsprechende Lösungen erarbeiten, weil nur dann ist effizientes Gegensteuern möglich", ist GAJDOSIK überzeugt.

Utl.: Rechtlichen Status klären

Als wesentlichste Probleme bezeichnete er die arbeitsrechtliche Stellung von Personen die Telearbeit ausüben. "Die Liste der Rechtsquellen die formal für einen Telearbeiter nicht gelten ist immer noch sehr lang. Mit Ergänzungen in den einzelnen Kollektivverträgen wird es mittel- und langfristig nicht getan sein", so der Wiener AK-Vizepräsident. GAJDOSIK verlangte die Konzeptionierung und Umsetzung eines rechtlichen Maßnahmenpakets für Telearbeitnehmer. "Mit einem echten legistischen Programm können die bestehenden Unklarheiten beseitigt werden. Telearbeitnehmer sollten dadurch typischen Beschäftigten in rechtlicher Hinsicht vollkommen gleichgestellt werden. Das ist einfach eine Frage der Fairness", so Wiener AK-Vizepräsident.

Utl.: Mehr Beschäftigung

Ein weiterer wesentlicher Pluspunkt für die Schaffung von Telearbeitsplätzen ist die Kostenersparnis für Dienstgeber hinsichtlich der räumlichen Einrichtung eines Arbeitsplatzes. Wesentliche Nebenkosten wie z.B. die Anmietung von entsprechend großen Büroflächen, der Stromverbrauch, die Heizungskosten, die Reinigungskosten sowie allgemeine Instandhaltungskosten können deutlich verringert werden. Nach Auffassung von GAJDOSIK sollten diese freiwerdenen Mittel allen Beschäftigten des Unternehmens zu Gute kommen bzw. in beschäftigungsfördernde Maßnahmen investiert werden. Eine entsprechende Erhebung der Kostenersparnis soll dafür die Grundlage bilden..

Utl.: Mehr Werbung und Förderung von Telearbeit

In Österreich sind die Möglichkeiten von Telearbeit noch nicht in vollem Umfang ausgeschöpft worden. Je nach Definition sind es zwischen 1,6% (57.800 Personen) und 3,9% (140.600 Personen). Kleinere und mittlere Unternehmen und auch der Öffentliche Dienst sollten nach Meinung von GAJDOSIK in noch viel stärkerem Ausmaß die Chancen von Telearbeit nutzen. "Autoren der Donauuniversität Krems haben bereits 1998 in einer Studie die These aufgestellt, dass gerade solche Betriebe und Institutionen von der Telearbeit profitieren können", erklärte er dazu. Die Interessensvertretungen und die politisch Verantwortlichen sollten deshalb die Information über Telearbeit forcieren. "Aufklärung, Beratung und eine praktische verwaltungstechnische Unterstützung sind die richtigen Instrumente um den Anteil von Telearbeit weiter anzuheben", betonte der Wiener AK-Vizepräsident Alfred GAJDOSIK abschließend.

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