ÖAMTC: Herztod kann trotz optimaler Notfall-Versorgung nicht immer verhindert werden

Experten tagten bei der 21. Sitzung des Wissenschaftlichen Beirats der ÖAMTC-Schutzbriefdienste

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Der kardiogene Schock birgt trotz schnellem Eingreifen das größte Sterblichkeitsrisiko", sagte Universitätsprofessor Werner Mohl bei seinem Gastreferat über den Hubschraubertransport von kardiologischen Notfallpatienten im Rahmen der 21. Sitzung des Wissenschaftlichen Beirats der ÖAMTC-Schutzbriefdienste, gestern, Donnerstagabend, in Wien.

In den Darlegungen zusammen mit Co-Referent Primar Helmut Trimmel, dem medizinischen Koordinator der ÖAMTC-Flugrettung, wurden anhand von 41 kardiologischen Fällen im Einzugsgebiet des AKH die prognostischen Faktoren in Bezug auf Überlebens- und Lebensqualität aufgezeigt.

Bei den Notfalldiagnosen liegt der Myokardinfarkt an erster Stelle, gefolgt von Herzrhythmus-Störungen (HRST). Bedeutend seltener wird der Rettungshubschrauber bei Herz-Kreislaufstörungen, hypertensiver Krise sowie Lungenödem oder -embolie und Fällen von Angina Pectoris angefordert. Die Altersverteilung der im Beobachtungszeitraum betreuten Notfall-Patienten reichte von 28 bis 84 Jahren mit einer deutlichen Spitze bei den 55- bis 60-Jährigen.

Zur Bewertung des Zustandes des Patienten wird vom Notarzt der sogenannte National Advisory Comitee for Aeronautics Score (NACA) herangezogen, der den Schweregrad einer Verletzung oder Krankheit in sieben Stufen von geringfügiger Störung bis Tod angibt. Der Zustand von 16 Patienten fiel unter Schweregrad VI - Reanimation, 11 Betroffene befanden sich in akuter Lebensgefahr, bei 13 Patienten war eine kurzfristige Entwicklung einer Vitalgefährdung nicht auszuschließen.

Wichtig sind in jedem Fall das schnelle Eingreifen der Personen vor Ort und das rasche Eintreffen des Notarztes. Bei einer Anflugzeit von weniger als 12 Minuten in 92 Prozent der erhobenen Fälle konnten sogar mehr als die Hälfte der Patienten mit der Diagnose kardiogener Schock gerettet werden. Es besteht allerdings ein signifikanter Unterschied bezüglich der Mortalitätsrate in den vier Haupt-Diagnosegruppen:
kardiogener Schock (41,67 Prozent verstorben), HRST (18,2 Prozent), Ischämische Syndrome (17,2 Prozent), sonstige Diagnosen (12,5 Prozent). Ergänzend zu den Ausführungen über die Erfahrungen in Ostösterreich sprach ÖAMTC-Vertrauensarzt Tarik Özdemir über Krankentransporte und Service in der Türkei.

Wissenschaftlicher Beirat steht ÖAMTC in medizinischen Fragen zur Seite

Der Wissenschaftliche Beirat der ÖAMTC-Schutzbriefdienste besteht seit 1982 und ist das "Rückgrat" der medizinischen Hilfeleistungen des Clubs.

41 Ärzte gehören diesem ehrenamtlichen Gremium an. Einbezogen sind auch leitende Notärzte des Christophorus Flugrettungsvereines, die z. B. über die medizinische Ausstattung der Notarzthubschrauber und allgemeine Fragen der Notfallmedizin beraten. In Zusammenarbeit mit der ÖAMTC-Schutzbrief-Nothilfe wird von einem Ärzteteam der Rückholdienst durchgeführt. Das Team hat dabei auch die Entscheidung über das jeweils adäquate Transportmittel zu treffen. In manchen Fällen treten dabei komplizierte, fachspezifische Fragen auf, die der Rücksprache mit einem erfahrenen Facharzt bedürfen.

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC Pressestelle
Tel.: (01) 711 99-1218

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001