Zutritt für Blindenführhunde: Informationsdefizite abbauen

Wien (OTS) - "Es bestehen nach wie vor große Informationsdefizite betreffend der Zutrittsrechte von Blindenführhunden", stellt Roland Komuczky, Obmann der Sehbehinderten- und Blindenorganisation "Engel auf Pfoten" fest.

So wollte man an der Kassa des Burgtheaters keine Karten mehr verkaufen, als bekannt wurde, dass ein Blindenführhund dabei sein wird. "Hunde sind nicht zugelassen", eine stereotype Auskunft, die dann gebetesmühlenartig abgespult wird, wenn es um einen Blindenführhund geht. Erst nach Intervention und Information der Burgtheaterdirektion wurde dann der Zutritt ermöglicht, obwohl das Wiener Veranstaltungsstättengesetz eine klare Regelung vorsieht. "Es ist immer wieder schade, wenn man gerade im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung an Barrieren stößt, die durch Informationsmängel entstehen", meint Komuczky. "Auch von anderen Führhundhaltern höre ich immer wieder ähnliche Geschichten, wenn es um den Zutritt zu Geschäften, Lokalen oder anderen Freizeitbetrieben geht".

Ein Blindenführhund ermöglicht höchstmögliche Mobilität, verhilft Betroffenen zu erhöhter Selbständigkeit und führt sie auch zu mehr Lebensqualität.

Nach dem Bundesbehindertengesetz besteht zwar die Möglichkeit, in den Behindertenpass die Eintragung "Ist auf den Blindenführhund angewiesen" vornehmen zu lassen, allerdings besteht - bis auf Ausnahmen wie z.B. dem oben erwähnten Wiener Veranstaltungs-stättengesetz - kein allgemeines und uneingeschränktes Zutrittsrecht.

"Wir möchten einen Schritt weiter gehen und fordern, dass die Zutrittsrechte für Partner-, Service- wie auch Blindenführhunde bundesweit einheitlich gesetzlich geregelt werden!", so "Engel auf Pfoten"-Obmann Komuczky.

Ein besonders positives Beispiel in der Vergangenheit: der Wiener Krankenanstaltenverbund hat auf Initiative der "Engel auf Pfoten" Blinden- wie auch Partnerhunden in Bereichen von Spitälern, Geriatriezentren und Pflegeheimen Zutritt gewährt, die auch sonst Besuchern frei zugänglich sind.

Neben dem bundesweiten Sensibilisierungsprojekt "Sehen-Verstehen" und der allgemeinen Beratung sehbehinderter und blinder Menschen haben sich die "Engel auf Pfoten" insbesondere zur Aufgabe gemacht, Betroffenen bei der Finanzierung von Blindenführhunden und Hilfsmitteln zu helfen. Spendenkonto: Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, Ktonr. 1.133.214, BLZ 32.000.

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Roland Komuczky
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