OSTER-BILANZ: KFV FÜR VERSCHÄRFTE MAßNAHMEN GEGEN "WIEDERHOLUNGSTÄTER" UND ALKO-LENKER

Osterreiseverkehr forderte 14 Tote - 2 Menschenleben mehr als im Vorjahr - Geschwindigkeit und Alkohol am Steuer Unfallursachen Nr. 1

Wien (OTS) - Ostern - für viele ein Grund ins Grüne zu fahren um auf saftigen Wiesen zwischen blühenden Sträuchern Ostereier zu verstecken und fröhlichem Kinderlachen zu lauschen. Wenn das Wetter stimmt... Ganz so romantisch geht es auf Österreichs Straßen allerdings nicht zu. Ostern gilt als Synonym für Unfälle, Verletzte und leider viel zu viele Tote. Auch das vergangene Osterwochenende war blutig. 14 Tote waren zu verzeichnen, das sind um zwei Verkehrsopfer mehr als im vergangenen Jahr. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) besteht während der Osterfeiertage ein erhöhtes Risiko auf der Straße tödlich zu verunglücken. Im Zehn-Jahres-Vergleich starben 33 Menschen pro 1000 Unfälle zu Ostern, während im gesamten Jahr "nur" 27 Menschen pro 1000 Unfälle starben. KfV-Chef Dr. Othmar Thann sieht dringenden Handlungsbedarf: "Die schweren Unfälle während der Osterfeiertage zeigen, dass dringend Maßnahmen gesetzt werden müssen. Das Österreichische Verkehrssicherheitsprogramm sieht eine umfassende Regelung vor, wie die Zahl der Unfälle, Verletzten und auch der Getöteten massiv eingedämmt werden kann. Als Sofortmaßnahme schlagen wir unter anderem eine 'Machbarkeitsstudie' vor, die Modelle zur Verfolgung von notorischen Wiederholungstätern überprüfen soll."

Auch Bevölkerung für verschärfte Maßnahmen

Das KfV befindet sich mit seinen Forderungen nach verstärkten Verkehrssicherheits-Maßnahmen in guter Gesellschaft, wie die jüngste Studie zeigt. 65 Prozent der Bevölkerung wollen, dass die Regierung mehr für die Sicherheit auf österreichischen Straßen tut. Kein Verständnis gibt es für Alko-Lenker: 89 Prozent der Befragten halten Alkohol- und Drogenüberwachung für eine sehr gute bzw. gute Maßnahme. Auch Strafen werden diesbezüglich von 80 Prozent der Bevölkerung als gute Maßnahmen zur Hebung der Verkehrssicherheit angesehen. Lenker, die durch ihr gefährliches Verhalten auffallen, sind Herrn und Frau Österreicher ein Dorn im Auge. 75 Prozent befürworten für diese Fahrer Nachschulungsmaßnahmen.

Mehr Kontrollen, weniger Unfälle - auch Bevölkerung dafür

Logische Argumente helfen (leider) nicht immer - oft müssen drastischere Maßnahmen herhalten. Neben der jüngsten Bewusstseinsbildungskampagne des BM für Verkehr, Innovation und Technologie, wo Zombies für Diskussion in der Öffentlichkeit sorgen, werden Alkolenker vor allem durch verschärfte Kontrollen zur Raison gebracht. Laut eines EU-weiten Reports des europäischen Verkehrssicherheitsrates (ETSC) könnten Unfälle um die Hälfte reduziert werden, gäbe es mehr Kontrollen. Eine große Mehrheit der Bevölkerung spricht sich übrigens für eine höhere Überwachungsdichte aus. "Wir hoffen, dass die Exekutive dem allgemeinen Wunsch nach verschärften Alkomat-Kontrollen nachkommt. Vor allem der rasche Einsatz von Vortestgeräten ist gefordert. Dadurch wäre ein weit effizienteres Arbeiten gegeben und Beamte und Lenker könnten sich das lästige 'Anhauchen' ersparen. Bisher ist die Wahrscheinlichkeit, alkoholisiert hinterm Steuer erwischt zu werden, ohnehin äußerst gering. Nur drei Prozent trifft es tatsächlich, in anderen Ländern liegt diese Wahrscheinlichkeit bei bis zu 40 Prozent", so Thann.

14 Verkehrstote zu Ostern (Karfreitag bis Ostermontag) - um 2 mehr als im Vorjahr

Im Jahr 2001 sind am Osterwochenende 14 Verkehrsteilnehmer ums Leben gekommen, im Jahr 2000 waren es 17. 1992 und 1995 wurden mit jeweils nur 8 Verkehrstoten die günstigsten Ergebnisse seit Einführung der Statistik im Bundesministerium für Inneres (1968) verzeichnet. Zum Vergleich dazu mussten im bisher schlimmsten Jahr 39 Tote am Osterwochenende 1976 beklagt werden.

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen des Osterwochenendes 2003 verloren 9 Pkw-Insassen (davon 5 Lenker), 4 Motorrad-Lenker und 1 Moped-Lenker ihr Leben. Nach Tagen aufgeschlüsselt ergibt sich folgendes Bild:
Karfreitag (3 Tote), Karsamstag (4), Ostersonntag (4) und Ostermontag (3). Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser 13 tödlichen Verkehrsunfälle zu Ostern mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (4), Unachtsamkeit (2), Vorrangverletzung (1), Überholen (2), Bremsversagen (1) und Übermüdung (1) festgestellt werden. Bei 2 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. Alkoholisierung war bei 3 Unfällen Mitursache. 5 der 13 Unfälle waren Alleinunfälle. 2 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. 1 Fahrzeuglenker beging Fahrerflucht, ein weiterer flüchtete vor einer Polizeikontrolle und verunglückte wenig später. Vom 1. Jänner bis zum 21. April dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 202 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Februar), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 216 Menschen tödlich.

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161
http://www.kfv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS0001