ÖCV fordert gerechte Übergangslösungen bei Pensionsreform

Cartellverband bekennt sich zur Reform, Verbesserungen sind jedoch noch dringend notwendig - Entschiedene Ablehnung für Idee der Volksabstimmung

Wien (OTS) - Der Österreichische Cartellverband (ÖCV) fordert die Bundesregierung auf, bei der bevorstehenden Pensionsreform für gerechtere Übergangslösungen zu sorgen. "Unser Verband umfasst über 12.000 Mitglieder im Alter von 18 bis 100 Jahren. Wir sind das beste Beispiel für ein funktionierendes Miteinander der Generationen", sind sich der Präsidenten der ÖCV-Studenten, Karl Wolfgang Schrammel, und der Vorsitzende der ÖCV-Absolventen, Anton Hopfgartner, einig.

Die beiden Vertreter des größten Akademikerverbandes bekennen sich auch deutlich zur dringenden Notwendigkeit einer Reform des Pensionssystems. Hopfgartner dazu: "Das Umlageverfahren, welches es unbedingt zu sichern gilt, hat nur dann Zukunft, wenn wir bereit sind, auch schmerzliche Maßnahmen in Kauf zu nehmen. Das sind wir den nachfolgenden Generationen schuldig". Weiters warnt Schrammel davor "die Augen vor der Tatsache zu verschließen, dass die Lebenserwartung zwar ständig steigt aber die Dauer der Erwerbstätigkeit gleichzeitig sinkt".

Als Sprecher der noch studierenden ÖCV-Mitglieder fordert Karl Wolfgang Schrammel mehr Gerechtigkeit bei dieser Reform und warnt davor, "die Einkommenskurve langsam und stufenweise abzuflachen, den Durchrechnungszeitraum für die künftigen Pensionen aber schlagartig zu verlängern". Schrammel weist darauf hin, dass dies vor allem die junge Generation stark treffen wird. "Wir verdienen am Beginn unserer Laufbahn wenig, am Ende, nicht viel mehr und die Pension errechnet sich dann aus dem Schnitt dieser mageren Jahren", gibt sich Schrammel skeptisch.

Auf die Zustimmung des ÖCV stößt die Angleichung der verschiedenen Systeme ebenso wie das angedachte 3 Säulenmodell. Die Altersvorsorge auch in die Eigenverantwortung jedes einzelnen zu übertragen wird begrüßt. Besorgt zeigt sich der Vertreter der älteren Generation im ÖCV, Anton Hopfgartner, jedoch über die Situation derer, die kurz vor der Pensionierung stehen. "Ein heute 55jähriger hat sich auf die staatliche Säule verlassen. Diesen Menschen nun zu sagen, sie müssen noch schnell privat Vorsorge treffen, weckt nicht gerade Vertrauen", so Hopfgartner.

Notwendig ist für den ÖCV auf jeden Fall ein Überdenken der Übergangsbestimmungen. Hopfgartner: "Wird heute jemand 60 Jahre alt, würde er der Möglichkeit einer Frühpensionierung aufgrund langer Versicherungsdauer mit der jetzt vorgesehenen Einschleifregelung immer nachhinken. Wir fordern daher bessere Übergangsregelungen durch einen längeren Angleichungszeitraum, das stärkt das Vertrauen der älteren Generationen in das staatliche Altersvorsorgesystem."

Entschiedene Ablehnung gibt es für die von Teilen der FPÖ angedachte Volksabstimmung. Der ÖCV erachtet sie als ein "Gegeneinander Aufhetzen der Generationen". Und die beiden ÖCV-Vertreter wörtlich: "Was würde eine Volksabstimmung anderes Bewirken als die Botschaft: Junge sollen dafür und die ältere Generation dagegen sein. Das kann nicht im Interesse des von allen Parteien immer wieder bekräftigten Generationenvertrages liegen." (SN)

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ÖCV-Pressereferent
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