VHS Hietzing: Diskussion über Wehrmacht-Deserteure

Wien (OTS) - Im Bezirksmuseum in Hietzing (13., Am Platz 2) wird
am Mittwoch, 23. April, um 18.30 Uhr eine "juristische Ungeheuerlichkeit der Zweiten Republik" diskutiert, an der u.a. Richard Wadani, Sprecher des Personenkomitees "Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz", teilnehmen wird. Richard Wadani, geboren 1922, desertierte zwei Mal von der Deutschen Wehrmacht. Er schloss sich der tschechischen Armee in England an und kam so ins befreite Österreich zurück. Die Opfer der NS-Militärjustiz, Deserteure, Kriegsdienstverweigerer und Wehrkraftzersetzer, warten auch 58 Jahre nach Kriegsende noch immer auf ihre Rehabilitierung. Die Urteile der Wehrmachtsjustiz müssten, laut Wadani, durch eine Entscheidung des Nationalrates aufgehoben werden, damit es eine juristische Rehabilitierung der Opfer geben könne. Ebenso müssten die Haftzeiten in Konzentrationslagern oder Gefängnissen für Deserteure in der gesetzlichen Pensionsversicherung zumindest als Ersatzzeiten anerkannt werden.

Einmal Deserteur, immer Deserteur

"Es ist eine Ungeheuerlichkeit der Zweiten Republik, dass die Soldaten, die sich geweigert haben, "ihre Pflicht zu erfüllen" bis heute nicht dementsprechend gewürdigt werden und noch immer als Feiglinge und Verräter beschimpft werden. Mit dieser Veranstaltung wollen wir unseren Beitrag für die so notwendige Bewusstseinsbildung leisten", erläutert der Direktor der Volkshochschule Hietzing, Dr. Robert Streibel, die Beweggründe für diesen Vortrag.

Informationen in der Volkshochschule Hietzing unter Tel. 804 55 24. (Schluss)

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