Alte Schmiede: Osteuropäische Melancholie aus Yale

Wien (OTS) - Poetische Lebensläufe jenseits vorgeschriebener ideologischer Systeme: Wenn kommenden Freitag der 1937 in Litauen geborene und heute an der Uni Yale (USA) lehrende Dichter Tomas Venclova aus seinem lyrischen Werk liest, steht auch das 20. Jahrhundert, vor allem die Zeit des "Kalten Krieges" auf dem Programm. Venclova, der 1972 seinen ersten Gedichtband "Kalbos zenklas" ("Zeichen der Sprache") publizierte und 1976 zu den Gründungsmitgliedern der litauischen Helsinki-Gruppe zählte, emigrierte im Jahr 1980 in die USA, wo er an den Universitäten Berkley, Los Angeles und Yale eine neue intellektuelle Heimat fand. "Venclova ist ein Grenzgänger der Kulturen: Seine geistige Heimat liegt nicht nur in Litauen, sondern in gleichem Mass auch in Polen und Russland. (...) Deshalb ersteht Osteuropa in Venclovas Lyrik als einheitlicher Kulturraum, der die politischen Grenzen überwindet", schrieb vor einiger Zeit die Neue Zürcher Zeitung anlässlich der ersten, auf deutscher Sprache vorliegenden Gedichtesammlung "Vor der Tür das Ende der Welt". Der Grundton im lyrischen Schaffen Venclovas ist melancholisch eingefärbt. Immer wieder steht der Einzelne, sein kurzes Leben und der nachfolgende lange Tod im Mittelpunkt seiner Gedichte. Augenzwinkernde Ironie unterbricht nur selten sein Räsonnieren über die Endlichkeit des Lebens. "Vor der Tür das Ende der Welt", welches auch am Freitag dem interessierten Publikum vorgestellt wird, gibt hiervon einen guten Einblick.

o Termin: Freitag, der 25. April 03
Ort: Alte Schmiede (1., Schönlaterngasse 9) http://www.alte-schmiede.at/
Beginn: 19.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.
(Schluss) hch/

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Hans-Christian Heintschel
Tel.: 4000/81 082
hch@m53.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0011