"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Vertrauen in die Regierung dahin (von Manfred Posch)

Ausgabe vom 20.04.2003

Klagenfurt (OTS) - Täglich erreichen uns neue Exempel für die Grässlichkeiten der Pensionsreform. Betroffen sind, wie hinlänglich bekannt, nicht nur Ältere, sondern auch Jüngere. In ihrer Freitagausgabe schlüsselte die KTZ künftige Auswirkungen für heute 35-Jährige auf. Wer 1968 zur Welt kam, hat, so er/sie "schon" mit 65 in Pension gehen darf, Einbußen bis über 40 Prozent zu erwarten.

Der von Herbert Haupts Reformvorschlag entzückte Kanzler bringt uns seine Zufriedenheit über den Pensionsraub sozusagen sprachlos zur Kenntnis: Er schweigt (meist). Inzwischen eskalieren Massenproteste. Und je deutlicher die Ablehnung gegen das Modell um sich greift, desto rasanter schwindet das Vertrauen der Österreicher (darunter hochkarätige VP-Mandatare!) in diese Bundesregierung. Eine für die Austria Presse Agentur vorgenommene Umfrage sieht Schüssel & Co. im freien Sympathiefall.

Ein Sympathiefall, den Rot nach wie vor zu wenig nützt. Alfred Gusenbauers von einem Wiener Magazin zur "Unzeit" vorgelegte Weinphilosophie erzeugte flächendeckende Schwerpunktverschiebung. Kenner medialer Praktiken gehen zwar gewiss nicht fehl in der Annahme, dass der SP-Chef schlicht "gelegt" wurde, besagter Artikel alt ist und jetzt erst ins Blatt gerückt wurde. An der Notwendigkeit für die Sozialdemokratie, drastischer dreinzuschlagen, ändert dies aber nichts.

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