GLOBAL 2000: "Störfall im ungarischen AKW Paks ist beunruhigend"

GLOBAL 2000 fährt zu Messungen der Radioaktivität nach Paks

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 ist
alarmiert über den schon eine Woche andauernden Störfall im ungarischen Atomkraftwerk Paks, der offensichtlich nicht unter Kontrolle zu bringen ist. Deshalb entsendet die Umweltschutzorganisation jetzt ein Strahlenmessteam nach Ungarn. "Wir wollen prüfen, ob und wie gefährdet die umliegende Bevölkerung ist", erklärt Thorben Becker, Anti-Atom-Experte von GLOBAL 2000. "Wir werden mit der mobilen RAMOS-Ausrüstung vor Ort sein." RAMOS ist das "RAdiation MOnitoring System" von GLOBAL 2000, das Messringe um vier grenznahe AKW (Tschechien, Slowakei) hat. Dadurch ist es GLOBAL 2000 möglich, unabhängig von staatlichen Messstellen radioaktive Verseuchung festzustellen.

"Dass ausgerechnet im ungarischen Paks ein "ernster Störfall" nach der offiziellen INES-Skala 3 stattfindet, zeigt wie bedenklich die nukleare Sicherheit in den EU-Beitrittsstaaten ist. Denn das AKW Paks wurde oft als das "sicherste" unter den WWER-440/213-Reaktoren - zu denen auch Dukovany oder Mochovce gehören - angepriesen. Der Elektrokonzern Siemens hat dort für zahlreiche technische Nachrüstarbeiten Großaufträge an Land gezogen", kritisiert Becker weiter. "Stufe 3 auf der siebenteiligen INES-Skala wird mit geringen radioaktiven Freisetzungen in der Kraftwerksumgebung, aber möglicherweise schweren Kontaminationen in der Anlage und akuten Gesundheitsschäden beim Personal definiert. Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, dass dem Ausstieg aus der Atomenergie im erweiterten Europa Toppriorität eingeräumt werden muss. Denn jedes in Betrieb befindliche AKW stellt eine ständige Bedrohung dar", so Becker abschließend.

Das Messteam ist telefonisch erreichbar und ab 17:00 Uhr vor Ort. GLOBAL 2000 - Tel.Nr.: 0664/103 24 23

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Andreas Baur
Tel.: 0664/103 24 23

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