Pensionsdebatte: Wirtschaftsverband: "Unternehmer werden in Angst und Schrecken versetzt"

Wirtschaftsverband-Präsident Haiden fordert Sicherheit und Gewissheit in der Lebensplanung für kleine und mittlere Selbständige

Wien (OTS) - Die aktuellen Vorschläge der Bundesregierung zur Pensionsreform werden vom Wirtschaftsverband vehement abgelehnt. "Gerade kleine und mittlere Selbständige werden von der Debatte in Angst und Schrecken versetzt", kritisiert Dr. René Alfons Haiden, Präsident des Wirtschaftsverbands. Dabei wäre es die zentrale Aufgabe einer Regierung, gerade jenen Unternehmern, die mit eigenem Kapital und auf eigenes Risiko arbeiten und das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft darstellen, Sicherheit zu garantieren, so Haiden weiter. "Während im Wirtschaftsbund darüber gestritten wird, wer überhaupt wirtschaftliche Aussagen machen darf, laufen im Wirtschaftsverband die Telefone heiß", illustriert Haiden, "die Sorge und Verunsicherung der Unternehmer zu ihrer Pension ist groß." Und während im Wirtschaftsbund sich hochrangige Vertreter uneinig sind und Diskussionen weit weg von jeder wirtschaftlichen Realität führen, beschäftigt sich der Wirtschaftsverband mit den Fragen, welche die kleinen und mittleren UnternehmerInnnen Österreichs wirklich bewegen. Haiden: "Wir fordern für die hart arbeitenden österreichischen Selbständigen soziale Sicherheit und Gewissheit für die Lebensplanung als Voraussetzung für das Funktionieren der österreichischen Wirtschaft."

Die Reform des Pensionssystems ist zweifellos notwendig, entscheidend ist jedoch der Weg zu dieser Neuerung. "Wenn man bedenkt, dass der Eintritt in die Selbständigkeit im Durchschnitt mit 36 Jahren erfolgt, wird klar, dass man heute schon ein Pensionssystem erarbeiten muss, das von langer Gültigkeit ist", meint Haiden, "denn gerade in diesem Alter machen sich die Österreicherinnen und Österreicher gezielt Gedanken um ihre soziale Absicherung und die Pension. Die Regierung ist gefordert, Antworten zu liefern und nicht Panik zu verursachen."

Es muß entgültig sichergestellt werden, daß die Beiträge die die heutigen Unternehmer seinerzeit als Unselbständige geleistet haben bei der Berechnung ihrer Pension voll Berücksichtigung finden. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass der Wille zur Selbständigkeit nachlasse. Das sei deshalb ein großes Problem, weil Österreich die Selbständigen künftig noch mehr als bisher brauche. "50.000 Firmen stehen vor der Übergabe", betont Haiden, "wer sich selbständig macht, muss sein Leben planen können und Gewissheit haben."

Für Unternehmer, die kurz vor der Pension stehen, fordert der Wirtschaftsverband eine Absicherung ihrer Situation. Haiden: "Man muss in Pensionsfragen darauf vertrauen können, was über Jahrzehnte versprochen würde. Wenn heute ein Unternehmer im 60. Lebensjahr ist, muss er sich darauf verlassen können, dass seine soziale Sicherheit gegeben ist."

Haiden nennt ein Beispiel: Wenn heute ein Unternehmer über das gültige Pensionsalter hinaus arbeiten möchte, ist das seine persönliche Entscheidung. Die Wahlfreiheit muss aber gegeben sein. Wenn dem Unternehmer beispielsweise ein großer Kunde wegfällt und die Aufrechterhaltung des Betriebs wirtschaftlich nicht mehr vertretbar ist, dann kann es passieren, dass der Unternehmer zusperren muss, aber nicht in Pension gehen kann weil das Antrittsalter angehoben wurde. Arbeitslosenentgelt gibt es aber für Unternehmer, die nie unselbständig gewesen sind, nicht. Es gibt lediglich Pläne bis Endes des Jahres für diesen Personenkreis eine Art Arbeitslosenversicherung zu schaffen. So würden durch die derzeitigen Pensionsvorschläge der Regierung neue soziale Probleme und neue Arbeitslosigkeit entstehen.

Weiteres Beispiel: Unternehmer, die nächstes Jahr mit 40 Versicherungsjahren in Pension gehen könnten, werden durch die Senkung des Steigerungsbetrags einen jährlichen Abschlag von 4,2 % begrenzt mit max. 15 % erleiden. Bei den sehr geringen Einkommen vieler kleiner Selbständiger trifft damit die Regierung auch hier wieder die Ärmsten.

"Der Wirtschaftsverband fordert ein einheitliches Pensionssystem mit langfristigen Garantien, welches die besonderen Situationen der Selbständigen berücksichtigt und auch diesen Menschen eine ausreichende soziale Absicherung am Lebensabend garantiert", betont Haiden.

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