AK: Pensionssicherungsreform für die Jungen heißt: Weniger Pension, mehr Probleme am Arbeitsmarkt

Wien (AK) - "Der Entwurf zur Pensionsreform 2003 wird von der Regierung teilweise damit gerechtfertigt, dass damit die Pensionen für die Jungen gesichert werden", sagt Christoph Klein, Leiter des Bereiches Soziales in der AK, "aber genau das Gegenteil ist der Fall." Für alle ab 1968 Geborenen werden - neben den abgesenkten Pensionsprozenten, den erhöhten Abschlägen und der Beseitigung der Frühpensionen - die Anhebung des Frauenpensionsalters auf 65 und die Verlängerung der Durchrechnung auf 40 Jahre ohne ausreichende Aufwertung voll wirksam. Das führt trotz Pensionsantritts mit 65 zu Pensionskürzungen zwischen typischerweise 30 bis 50 Prozent.****

"Das ist in Wirklichkeit die Demontage der Pensionsversicherung nach dem Lebensstandardprinzip für die Jungen", sagt Klein. Lebensstandardprinzip bedeutet, dass nach einem Arbeitsleben von 40 bis 45 Jahren ein Richtwert von 80 Prozent des Aktiveinkommens auch in der Pension gehalten werden kann. Mit dem jetzigen Vorhaben der Bundesregierung würden die Jungen aber in Wirklichkeit auf rund die Hälfte gesetzt.

Statt Pensionssicherung für die Jungen scheint somit ein radikaler Systemumbau geplant: Weitgehende Rücknahme der Verantwortung der Gesellschaft für die Alterssicherung und Verweis jener Jungen, die sich das leisten können, auf die gewinnträchtige Branche der Anbieter von privater Vorsorge.

Ein zweiter Punkt trifft die Jungen schon heute mit aller Härte:
Durch die Abschaffung der vorzeitigen Alterspensionen muss der Arbeitsmarkt im Endausbau 2013 ca. 130.000 zusätzliche Arbeitsplätze bieten. Für die Jungen wird demnach bei ohnedies schon bestürzender Jugendarbeitslosigkeit das Nachrücken in die Arbeitsplätze zusätzlich blockiert.

Wie immer auch das Erwerbsleben verlaufen mag und welcher Beruf ergriffen wird, die ExpertInnen der AK haben errechnet: Unterm Strich werden Junge Pensionskürzungen von bis zu 50 Prozent in Kauf nehmen müssen. Das gilt für Facharbeiter genauso wie für Saisoniers, Bankangestellte, Angestellte auf Provisionsbasis, Verkäuferinnen, Ladnerinnen, Volkswirtinnen, Hilfsarbeiter am Bau oder sogenannte Patch-Worker.

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