Expertenworkshop "Ambulante Palliative Versorgung"!

Wien (Rotes Kreuz) – Die Vertrautheit der gewohnten Umgebung, die Möglichkeit, die letzten Dinge zu Hause zu regeln und die Kontinuität der pflegenden Angehörigen ist für schwer Kranke und Sterbende von enormer Bedeutung. In der letzten Lebensphase zu Hause bleiben zu können ist jedoch ein Wunsch, der unter den derzeitigen Bedingungen nicht ermöglicht werden kann. Die Erfüllung des Bedürfnisses, zu Hause zu sterben, bedeutet eine große Herausforderung für die betreuenden Professionellen und Ehrenamtlichen und für die Organisation der Versorgung.

Am 11. und 12. April hat sich eine internationale Expertenrunde aus dem deutschsprachigen Raum, Betreuende, Forscher und Träger von Einrichtungen, die sich für Palliative Versorgung zu Hause engagieren, versammelt. Ziel war der kollegiale Austausch und die Erarbeitung gemeinsame Lösungsmodelle für die Weiterentwicklung von Palliative Care.

Übereinstimmungen konnten bei den bestehenden Standards der ambulanten Palliative Care, wie der Rund-um-die-Uhr Versorgung, der Einbindung von Freiwilligen, der Betreuung und Begleitung von Angehörigen, zur Schmerztherapie und vielem anderen gefunden werden.

Herausforderungen die es zukünftig zu bewältigen gilt, sind die Implementierung von ambulanten Palliative Care Diensten als Regelversorgung mit einer nachhaltigen strukturellen Verankerung im Gesundheitswesen und langfristiger Finanzierung dieser Dienste. Aber auch das Erarbeiten von Vereinbarungen an Schnittstellen zur Verbesserung der Betreuungskontinuität ist eine wichtige Zukunftsaufgabe.

Das Leistungsspektrum der ambulanten Palliative Care ist den gesundheitspolitischen Entscheidungsträgern aber auch der Bevölkerung zu wenig bekannt. Offen sind auch Berechnungen der Betreuungskosten durch ambulante Palliative Care Teams und Berechnungen des Einsparungspotenzials in stationären Versorgungseinrichtungen.
Ein Modellversuch in Greifswald (Deutschland) zeigte, dass durch die Betreuung zu Hause bis zum Tode bei Versorgung von 500 Patienten durch ambulante Palliative Care Teams etwa € 280.000 pro Jahr eingespart werden können.

"Voraussetzung dafür ist auch eine verbesserte Kommunikation zwischen Arzt und Patient im Sinne einer verstärkten Aufklärung über Art und möglichen Verlauf der Krankheit; diese ehrliche Kommunikation wird übrigens von 90% der Patienten gewünscht," sagt Monika Wild, die Palliative Care Expertin des Österreichischen Roten Kreuzes.

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17. April 2003

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