GdG-Frauen: Offener Brief an Frauenministerin Rauch-Kallat

Pensionsreform in dieser Form eindeutig abzulehnen -Entwurf bedroht besonders Frauen in ihrer Existenz - Bestehendes System umbauen und weiter entwickeln

Wien (GdG/ÖGB). Mit einem offenen Brief wandte sich heute, Donnerstag, die Frauenabteilung der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) an Frauenministerin Maria Rauch-Kallat. GdG-Bundesfrauenvorsitzende Christa Hörmann: "Die geplanten Änderungen verhindern eine frauengerechte Weiterentwicklung des österreichischen Pensionssystems und verletzen außerdem den Gleichheitsgrundsatz!"++++

Die Frauen in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten lehnen den Pensions-Entwurf in dieser Form eindeutig ab. Hörmann: Als Alternative muss das bestehende System umgebaut und weiter entwickelt werden!" Entsprechende Schreiben werden auch an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Minister Herbert Haupt ergehen. Der Offene Brief an Frauenministerin Rauch-Kallat im vollständigen Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Bundesministerin!

Nach gründlicher Prüfung des aktuellen Entwurfs der Pensionsreform haben wir, die Frauenabteilung der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, den Entschluss gefasst, uns in dieser Form an Sie zu wenden. Anlass ist unsere tiefe Sorge über jene Teile der Reform, die besonders die österreichischen Frauen mit brutaler Härte treffen und in zahlreichen Fällen in ihrer Existenz bedrohen würden.

Die geplanten Änderungen verhindern eine frauengerechte Weiterentwicklung des österreichischen Pensionssystems. Verletzt wird außerdem der Gleichheitsgrundsatz: Wird die im Regierungsprogramm vorgesehene Pensionsreform umgesetzt, haben Frauen unter den vorgesehenen Maßnahmen ungleich schwerer zu leiden als Männer.

Die Frauen der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten lehnen den Entwurf in dieser Form daher eindeutig und unmissverständlich ab!

Das vorliegende Modell zielt nicht auf eine nachhaltige Erhaltung eines vernünftigen Pensionssystems ab, sondern stellt aus unserer Sicht lediglich eine massive Belastung der gesamten Bevölkerung ohne positive Auswirkungen für die BürgerInnen dar.

Wir bekennen uns durchaus zu einer zukunftsorientierten Pensionsreform. Deren Ziel muss allerdings darin bestehen, eine angemessene Pension für alle zu sichern. Österreich besitzt ein gut ausgebautes System der Alterssicherung, das in seiner Grundstruktur zu erhalten und den Erfordernissen entsprechend weiter zu entwickeln ist.

Wir fordern:

...- Beibehaltung des Pensionsantrittsalters bei langer Versicherungsdauer. 40 bzw. 45 Beitragsjahre müssen reichen.

- Schaffung von altersgerechten Arbeitsplätzen mit praxisgerechten Rahmenbedingungen statt Abschaffung der vorzeitigen Alterspension wegen Arbeitslosigkeit.

- Keine Ausweitung des Durchrechnungszeitraums über 18 Jahre hinaus.

- Keine Erhöhung der Abschläge für Frühpensionen.

- Keine Senkung des Steigerungsbetrags.

Im Namen der Frauenabteilung der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten fordern wir Sie, sehr geehrte Frau Frauenministerin, dringend auf, in diesem Sinne für die Anliegen der Frauen einzutreten.

Christa Hörmann
GdG-Bundesfrauenvorsitzende

ÖGB, 17.April 2003 Nr. 274

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