PhysiotherapeutInnen fordern politische Rückenstärkung für "Rückenschule"

1. Wirbelsäulen-Preis für Kids

Wien (OTS) - Sie ist rund einen Meter groß, schlauchartig und biegsam, in den Farben Gelb und Grün gehalten, symbolisiert Wirbelkörper und Bandscheiben, und steht auf einem Podest: Diese Statue wird erstmals im Juni in einer von dreizehn Kärntner Volksschulen als 1. Österreichischer Wirbelsäulen-Preis für Kids aufgestellt.

Die bunte Gesundheits-Trophäe wird jener Volksschulklasse verliehen, die im Rahmen des Projektes "Rückenschule im Klassenzimmer" die größten Fortschritte puncto Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Kraft erzielt.

Ermittelt wird die Siegerklasse durch Körper-Fit-Tests der SchülerInnen am Beginn und am Ende eines Schuljahres. Dazwischen werden direkt in den Klassenzimmern Übungsstunden abgehalten. Am Programm stehen beispielsweise Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Dehnung der Schulter- und Beckenmuskulatur, richtiges Heben und Tragen, Optimieren des Schultaschengewichtes, aber auch Informationen über Anatomie und Erkrankungsursachen der Wirbelsäule.

Rückendeckung durch Eltern und LehrerInnen

Das von der Kärntner Dipl. Physiotherapeutin, Barbara Janesch, initiierte Projekt erfordert aber auch Rückendeckung durch Eltern und LehrerInnen: So werden zum Projektstart alle Eltern zu einem speziellen Elternabend eingeladen und erhalten regelmäßig Infoblätter zur aktiven Mitarbeit im Familienkreis. Und die LehrerInnen werden vor und nach dem Projekt zu einer eigenen "Rückenkonferenz" zusammen getrommelt.

Im laufenden Schuljahr 2002/03 nehmen gut 40 Klassen mit insgesamt rund 700 Kindern an dreizehn Kärntner Volksschulen an der "Rückenschule" Teil. Mehr als 50 Lehrer-Innen und über 400 Elternabend-TeilnehmerInnen sind in das Projekt mit einbezogen.

Auch bei der Finanzierung des Projektes beweisen die Kärntner Rückgrat: Die Hälfte der Kosten - rund 700,- Euro pro Schulklasse (exkl. Fahrtkosten der Physiotherapeutin) - trägt das Land. Der Rest wird über Elternbeiträge und Sponsoren aufgestellt.

Physio Austria fordert bundesweite Rückenschulen

Die Präsidentin des Bundesverbandes der Diplomierten PhysiotherapeutInnen Österreichs (Physio Austria), Silvia Mériaux-Kratochvila, blickt wehmütig an den Wörthersee. Sie möchte das Kärntner Musterprojekt auch in anderen Bundesländern umgesetzt sehen und fordert Rückenstärkung durch die Gesundheitspolitiker.

Denn bereits bei Schuleintritt weisen - laut Wiener Gesundheitsbericht 2002 - 21,8 Prozent der Kinder Haltungsschwächen und Fehlformen der Wirbelsäule auf. Eine Studie in Deutschland ergab, dass 56 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen zwölf und 18 Jahren an Haltungsschäden leiden.

Dieses Problem wird laut Physio Austria-Präsidentin, Mériaux-Kratochvila, "viel zu sehr unterschätzt - auch im ökonomischen Sinn". Mehr als 40 Prozent aller Frühpensionierungen erfolgen wegen Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates.

Presseinformationen von Physio Austria finden Sie auch unter http://www.physioaustria.at

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