KFV-STUDIE: VERKEHRSSICHERHEIT IST ÖSTERREICHERN WICHTIG!

Laut Studie Bevölkerung für mehr Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. 65 % wollen, dass Regierung mehr dafür tut

Wien (OTS) - Dass Sicherheit im Straßenverkehr den Österreichern und Österreicherinnen ein besonderes Anliegen ist, zeigt eine vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) in Auftrag gegebene Studie, die vom renommierten Linzer Marktforschungsinstitut SPECTRA durchgeführt wurde. Die Ergebnisse basieren auf n=1000 Telefoninter-views und repräsentieren die österreichische Bevölkerung ab 18 Jahre.

Vor allem für Alko-Lenker hat die österreichische Bevölkerung kein Verständnis und hält eine strengere Überwachung und auch höhere Strafen für sinnvoll. "Diese bemerkenswerten Ergebnisse beweisen den hohen Zuspruch der Bevölkerung bei der konsequenten Umsetzung von Verkehrssicherheits-Maßnahmen. Das Österreichische Verkehrssicherheitsprogramm hat eine Reihe notwendiger Maßnahmen für einen sicheren Verkehr parat - nun ist deren konsequente Umsetzung gefordert", sieht KfV-Direktor Dr. Othmar Thann dringenden Handlungsbedarf, zumal Österreich international gesehen im Unfallgeschehen zu den unsichersten Ländern zählt. Bis 2010 soll eine Reduktion der Getöteten um 50 Prozent erreicht werden - bereits im ersten Jahr wurde dieses Ziel verfehlt.

89 % finden Alkohol- und Drogenüberwachung gut

89 Prozent der Befragten halten Alkohol- und Drogenüberwachung für eine sehr gute bzw. gute Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. In punkto Alkoholdelikten werden auch höhere Strafen von 80 Prozent der Bevölkerung als gute Maßnahmen zur Hebung der Verkehrssicherheit angenommen. Durch Maßnahmen im Bereich Alkohol und Drogen - bei letzteren erfolgte Anfang des Jahres die vom KfV lange geforderte verpflichtende Blutuntersuchung für Drogen-Lenker - könnten laut Österreichischem Verkehrssicherheitsprogramm bis 2010 jährlich bis zu 100 Getötete eingespart werden. Die rasche Einführung von Alko-Vortest-Geräten würde der Exekutive nicht nur effizienteres Arbeiten ermöglichen, die Beamten könnten sich dadurch auch das lästige "Anhauchen" ersparen. Verstärkte Kontrollen für Alko- und Drogenlenker sind gefordert sowie die Intensivierung der Schulungen für Ärzte und Exekutive im Bereich der Drogenerkennung.

76 % für auffälligere Kennzeichnung von Schutzwegen

Auch im Bereich Schutzweg wünscht sich eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung Verbesserungen. Für eine regelmäßige Überprüfung und Verbesserung von Zebrastreifen setzen sich 79 Prozent der Befragten ein, eine auffälligere Kennzeichnung halten 76 Prozent für eine sehr gute bzw. gute Maßnahme. Thann: "Ungeschützte Verkehrsteilnehmer sind die ewigen Verlierer im Straßenverkehr. Die Zahl der Unfälle auf ungeregelten Schutzwegen nimmt seit Ende der 90er-Jahre stetig zu obwohl seit 1994 absoluter Vorrang für Fußgänger auf Schutzwegen gilt. Technische Überprüfungen, wie eine exakte Standortüberprüfung (z.B. Sinnhaftigkeit eines Schutzweges im Freiland), bessere Kennzeichnung und Beleuchtung sowie zielgerichtete Schwerpunktkontrollen haben sich als besonders zielführend erwiesen."

Eignungstests für Fahrer schwerer Lkw (>7,5t)

87 Prozent der Befragten befürworten, dass Berufsfahrer bevor sie ihre Tätigkeit ausüben dürfen, auf ihre Eignung untersucht werden. Das KfV fordert eine Regelung ähnlich der Busfahrer - die sich bevor sie den Führerschein erhalten einem "Screening-Verfahren" unterziehen müssen - auch für Fahrer schwerer Lkw, die besonders hohe Verantwortung zu tragen haben. Ein verpflichtender Eignungstest soll eingeführt werden.

Einheitliche europäische Richtlinien von Lenk- und Ruhezeiten Immerhin 67 Prozent halten eine Kontrolle der Ermüdung - eine der Hauptunfallsursachen von Lkw-Unfällen (30%) - für einen sehr guten bzw. guten Vorschlag. Durch die Umsetzung eines Bündels an Maßnahmen sollte es möglich sein, die Sicherheit, Akzeptanz und Umweltverträglichkeit des Lkw-Verkehrs zu erhöhen:

  • Rasche Einführung des digitalen Tachografen
  • Einheitliche europäische Richtlinien der Lenk- und Ruhezeiten -Kontrollen!
  • Entwicklung von Ermüdungsmessgeräten (ähnlich dem Pupillomaten)
  • Gleichstellung von Lkw > 3, 5 t mit Lkw > 7, 5 t (Überholverbot auf hochrangigen Straßen, Ladungssicherung, Ferienreiseverordnung, Wochenend-, Feiertagsverbot)

75 % für Licht am Tag im Freiland

Nach der Devise "Lichtfahrer sind sichtbarer" befinden 75 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen Licht am Tag im Winter außerhalb von Ortschaften für gut. Viele europäische Länder akzeptieren inzwischen den Nutzen von Tagfahrlicht. In einer internationalen Studie wurde die positive Wirkung (anhand zahlreicher Erfahrungsstudien) des Tagfahrlichts im Straßenverkehr nachgewiesen. Die gesetzliche Einführung von Tagfahrlicht für Fahrten im Freiland während der Winterzeit ist gefordert. Die bestehende Norm ECE R87 sieht derzeit eine Ausrüstungsbestimmung von Kfz mit Tagfahrlicht mit verminderter Lampenleistung vor. Durch Maßnahmen im Bereich Licht am Tag könnten laut Österreichischem Verkehrssicherheitsprogramm bis 2010 30 Getötete jährlich eingespart werden.

Sanktionen gegen Hochrisikolenker gefordert

66 Prozent der Bevölkerung befürworten, dass besonders gefährliches Verhalten im Straßenverkehr in einen Punkteführerschein eingetragen werden soll. KfV-Direktor Thann sieht auch hier dringenden Handlungsbedarf: "Für Hochrisikolenker, die durch Raserei, gefährliches Überholen, Fahren unter Alkoholeinfluss oder Geisterfahrten andere Verkehrsteilnehmer in höchstem Ausmaß gefährden müssen Rehabilitationsmaßnahmen und ein neues Sanktionsmodell geschaffen werden. Entsprechende Rehabilitations-Maßnahmen und ein schrittweiser Anstieg des Strafausmaßes sollte für riskante Lenker eingeführt werden." Das KfV fordert eine Machbarkeitsstudie, welche Modelle für eine effiziente nachhaltige Verfolgung notorischer Wiederholungstäter überprüfen soll. Auch Nachschulungsmaßnahmen werden von der Bevölkerung sehr positiv bewertet (75%). Derzeit müssen Lenker ab 1,2 Promille im Blut und Probeführerscheinbesitzer, wenn sie einen schweren Verkehrsverstoß begehen, zur Nachschulung.

72 % für gesetzliche Regelung des Sicherheitsabstands

72 Prozent der Befragten wollen eine gesetzliche Regelung des Mindestabstand von einer Sekunde. Der hohe Anteil an Auffahrunfällen steht in direkten Zusammenhang mit dem Abstandsverhalten der Lenker. Fast jeder vierte Unfall ist ein Auffahrunfall. Von allen Autobahnunfällen sind 45 Prozent Auffahrunfälle. 2002 gab es insgesamt 93 Getötete bei Auffahrunfällen - im Vergleich zu 2001 bedeutet das eine Steigerung um 45 Prozent. "Das KfV setzt sich bereits seit Jahren für eine klare gesetzliche Regelung des Abstands ein. Einheitliche Standards und der verstärkte Einsatz der Abstandsmessgeräte sind gefordert", so Thann.

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