"Zukunftsvorsorge neu": Nichts überstürzen!

VKI erwartet größere Produktvielfalt und empfiehlt Klärung aller Rechtsfragen abzuwarten.

Wien (OTS) - Produkte zur staatlich geförderten neuen Zukunftsvorsorge gibt es bereits seit Jahresbeginn: als Fondsvariante oder als fondsgebundene Versicherung. Ihre speziellen Merkmale:
Einzahlungen bis zu einem Betrag von 1.851 Euro werden 2003 mit einer Prämie in Höhe von 9,5 Prozent (das entspricht 176 Euro) gefördert. Mindestens 40 Prozent der Veranlagung sind in Aktien von Ländern zu investieren, die eine bestimmte Börsenkapitalisierung aufweisen. Zur Zeit ist dadurch ausschließlich ein Investment an der Wiener Börse möglich.

Der VKI (Verein für Konsumenteninformation) rät, mit dem Abschluss einer "Zukunftsvorsorge neu" noch zu warten. Im Laufe der nächsten Monate ist mit weiteren Anbietern bzw. Angeboten zu rechnen. Der Markt für dieses Produkt ist derzeit erst am Entstehen. Unentschlossene versäumen nichts: Die vollständige Prämie dafür ist auch bei Abschluss gegen Ende des Jahres noch zu lukrieren.

Derzeit wird das Produkt entweder als Fondsvariante oder als fondsgebundene Versicherung angeboten. Die überwiegende Mehrheit der Zukunftsvorsorge-Angebote ist als fondsgebundene Lebensversicherung konzipiert. Der VKI kritisiert die hohen Kosten, die damit verbunden sind: Drei Prozent Ausgabeaufschlag bei der Fondsvariante ist für ein Vorsorgeprodukt, das breite Bevölkerungskreise ansprechen soll, zu hoch! Daneben ist eine jährliche Verwaltungsgebühr zu bezahlen und auch Kosten für die Kapitalgarantie fallen an!

Bei der Versicherungsvariante werden Pakete mit Zusatzleistungen angeboten, die die Performance bzw. den Ertrag für die Pensionsvorsorge schmälern. Es ist also sinnvoll zu überlegen, ob man diese Versicherungsleistungen tatsächlich braucht. Weiters rät der VKI noch laufende Verträge, z. B. Lebensversicherungen, nicht aufzulösen, um sie in die neue Vorsorgeform zu überführen, da bei vorzeitiger Kündigung teilweise hohe Verluste anfallen.

Auch bei der Kapitalgarantie ist Vorsicht angebracht, denn hier unterscheiden sich die Produkte. Gesetzlich vorgeschrieben ist sie nur bei einer widmungsgemäßen Verwendung. Lässt man sich statt einer monatlichen Rentenzahlung das Kapital auszahlen, bieten nur wenige Anbieter eine Kapitalgarantie.

Ein weiterer Grund noch abzuwarten ist, dass wichtige Detailfragen zur Umsetzung und Abwicklung der Veranlagungsprodukte noch nicht eindeutig geklärt sind. So ist unklar, ob die Zusatzleistungen bei fondsgebundenen Lebensversicherungen prämienmindernd wirken und ob dafür separat Versicherungssteuer zu zahlen ist. Ungewissheit gibt es auch bei Produkten, deren vertragliche Laufzeit über die gesetzliche Mindestbindefrist von 10 Jahren hinausgeht. Deshalb die VKI-Empfehlung: Vor Vertragsabschluss klären, ob das Kapital nach der gesetzlichen Bindungsfrist sofort zur Verfügung steht.

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Mag. Max Reuter,
VKI-Abteilung: Finanz-Dienstleistungen,
Tel.: 01 / 58877 DW 201.

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