Helmuth Lohner wird 70: Der ORF gratuliert

Ein Fest für Helmuth Lohner in Fernsehen und Radio

Wien (OTS) - Ein Geist-Mensch, ein sensibler Selbstzweifler ist Helmuth Lohner immer gewesen, privat und auf der Bühne. Als Schauspieler hat er es verstanden, eine durchdachte Stilisierung mit der nötigen emotionalen Durchdringung zu verbinden. Heuer scheidet der Publikumsliebling in der Rolle des Alceste in Molières "Menschenfeind" nach sechs Jahren als Direktor der Wiener Josefstadt. Zugleich feiert Lohner seinen 70. Geburtstag am 24. April und sein 50-jähriges Jubiläum an der Josefstadt. Der ORF gratuliert dem Publikumsliebling mit einem Programmschwerpunkt im Fernsehen und Radio: Am Ostermontag, dem 21. April 2003, zeigt ORF 2 um 9.20 Uhr "Ein Fest für Helmuth Lohner", das die Josefstadt ihm am 13. April gab. Weiter geht es am Samstag, dem 26. April, um 14.40 Uhr in ORF 2 mit dem Franz-Antel-Film "Und ewig knallen die Räuber" und um 22.25 Uhr mit Neil Simons "Sonny Boys" aus den Wiener Kammerspielen. Auch 3sat würdigt den Jubilar am Sonntag, dem 27. April, um 11.40 Uhr mit "Zwischen Brettl und Brettern". Radio Österreich 1 bringt am 19. und am 22. April zwei Hörspiele mit Lohner.

Helmuth Lohner: Alle großen Rollen gespielt

Begonnen hat Lohner mit 22 Jahren als Sänger im Chor des Stadttheaters Baden. Bald war er einer der gefragtesten Schauspieler zwischen München, Hamburg und Zürich. Lohner hat nahezu alle großen Rollen der gängigen Theaterliteratur gespielt, vom Prinzen von Homburg bis zum Mephisto, von Molière bis Neil Simon. Er war ein Spezialist für Nestroy von höchstem Format und hat auch im Fernsehen hohe Standards gesetzt, etwa in der "Ringstraßensymphonie" und in verschiedenen Roth-Verfilmungen.

"Ein Fest für Helmuth Lohner": Josefstadt ehrte den Jubilar

Das Theater in der Josefstadt ehrte am 13. April den Publikumsliebling mit der Gala "Ein Fest für Helmuth Lohner", von der der ORF am Ostermontag die Highlights zeigt. Neben Lohner selbst nahmen Wegbegleiter, Freunde und prominente Kollegen daran teil: Otto Schenk, Fritz Muliar, Elfriede Ott, Christiane Hörbiger, Julian Rachlin, Rudolf Buchbinder, Peter Simonischek, Peter Turrini, Stefan Wladar, Bo Skovhus und andere. Es moderierte Heinz Sichrovsky. Bildregie übernahm Michael Fischer-Ledenice.

"Und ewig knallen die Räuber": Franz-Antel-Lustspiel mit Lohner, Thomalla, Hörbiger und Weck

Mit Helmuth Lohner, Georg Thomalla, Paul Hörbiger, Franz Muxeneder, Peter Weck und Sieghardt Rupp in den Hauptrollen inszenierte Franz Antel 1962 diese Komödie: Ende des 19. Jahrhunderts will sich der schüchterne Schneider Nikolaus Tschinderle (Helmuth Lohner) als Räuberhauptmann einen Namen machen. Seine Ungeschicklichkeit und sein weiches Herz lassen ihn aber nur Gutes tun. Trotzdem ist Tschinderle bald von allen gefürchtet, denn eine echte Räuberbande geht unter seinem Namen auf Diebestour.

"Sonny Boys": Kassenschlager mit Lohner und Schenk

Berühmt wurde Neil Simons Komödie "Sonny Boys" durch die Verfilmung mit Walter Matthau und George Burns. In den Kammerspielen, Wiens erster Adresse für Komödien, hat sich Gernot Friedels Inszenierung mit Otto Schenk und Helmuth Lohner als Publikumsrenner erwiesen. Die Zusammenarbeit der engen Freunde Schenk und Lohner verleiht Simons Stück um ein ehemals erfolgreiches, jetzt verfeindetes Komikerduo eine eigene Dimension. Kaum jemand könnte die Pointen besser ausspielen, die Willie Clark und Al Lewis einander liefern. Die Zwei sind von ihrem früheren Manager nach langer Bühnenabstinenz zu einem neuen gemeinsamen Auftritt überredet worden, können einander aber nicht mehr ausstehen. Hinter der Fassade von spitzem Wortwitz und Zynismus werden zwei Männer sichtbar, die sich immer gegen das Altern aufgelehnt haben und um Würde und Anerkennung kämpfen. Bildregie führte Claus Viller.

3sat: "Zwischen Brettl und Brettern": Ein Abend mit Helmuth Lohner

Was ist der Unterschied zwischen Kleinkunst und großem Theater, sprich "Brettl und Brettern"? In verschiedenen Szenen und Couplets gibt Helmut Lohner Kostproben beider Genres.

Radio Österreich 1: Die Hörspiele "Von Frau zu Frau" und Anton Tschechows "Das Duell"

Anlässlich des 70. Geburtstags von Helmuth Lohner stehen zwei Hörspiele auf dem Programm von Österreich 1.

Den Auftakt macht am Samstag, dem 19. April, in der "Hörspiel-Galerie" um 14.00 Uhr "Von Frau zu Frau" von Anna Zaschke. Zum Inhalt: "So leid es mir gerade als Frau tut, das sagen zu müssen, aber Fritz ist ein Opfer der Frauen, auch wenn manch eine von ihnen vielleicht das Gegenteil behaupten möchte." Ob Fritz, gesprochen von Helmuth Lohner, tatsächlich ein Opfer der Frauen ist oder sich vielmehr geschickt von Frau zu Frau durchs Leben schlägt, bleibt offen. Die Frauen, die ihn kannten, berichten von sich selber und ihrer Beziehung zu jenem Mann. In ironischen und selbstkritischen Monologen erzählen sie imaginierten Gesprächspartnerinnen - von Frau zu Frau - Episodisches und Anekdotisches aus ihrem Leben, sprechen über ihre Ängste und Sehnsüchte und immer wieder über ihre Begegnung mit Fritz. Während so wie nebenbei "ein kleines Panorama zeitgenössischer Weiblichkeit" entsteht, nimmt gleichzeitig auch der Mann, von dem die Rede ist, Kontur an. Hinter den Monologen taucht eine Geschichte auf und ihr - komischer? trauriger? - Held: Fritz. Der Mann, das leere Zentrum, hat hier nichts zu sagen. Die Autorin hat ihm keinen Text mitgegeben. Wie Fritz, das kleine Ungeheuer, es mit Hilfe seines Regisseurs fertig bringt, trotzdem das Wort an sich zu reißen, sei nicht verraten.

Am Dienstag, dem 22. April, ist im "Hörspiel-Studio" um 20.30 Uhr Anton Tschechows "Das Duell" zu hören - ebenfalls mit Helmuth Lohner in einer Hauptrolle.
Die weiteren Darsteller sind Hans Dieter Zeidler, Wolfgang Reichmann, Peter Matic, Götz Kauffmann, Gertrud Kückelmann, Sylvia Manas u. a. Regie führte Klaus Gmeiner.
Zum Inhalt: Der willenlose und charakterschwache Beamte Iwan Andrejitsch Lajewski reist mit seiner Geliebten Nadjeshda Fjodorowna in den Kaukasus, um der Oberflächlichkeit des Petersburger Lebens zu entfliehen. In der Abgeschiedenheit wollen beide ein arbeitsames, erfülltes Leben führen. Aber gleich nach der Ankunft lassen sie sich in die träge Atmosphäre des Kaukasusstädtchens sinken, in Laster und Faulheit. Erst der Schock eines sinnlos angezettelten Duells holt sie in die Realität zurück.

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