"Neues Volksblatt" Kommentar: "Vergessene Generation" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 16. April 2003

Linz (OTS) - =

Wenn Reformen "zurück an den Start" und allerlei
Kongresse, Konvente oder sonstige gemeinsame Lösungen erarbeiten sollen, weiß der gelernte Österreicher, dass die entsprechende Reform in der politischen Praxis auf den St. Nimmerleinstag entsorgt und zum Maßnahmen-Placebo heruntergewürgt werden soll. Das gilt auch für die Diskussion um die Pensionsreform. Natürlich ist der vorliegende Entwurf - teilweise noch recht weit - von notwendiger "sozialer Symmetrie" (LH Josef Pühringer) entfernt. Ohne Änderungen kann es da nicht gehen. Aber ohne einschneidende Reform geht es auch nicht, sollen auch künftige Generationen Aussicht auf eine Versorgung im Alter haben.
Umso mehr erstaunt, wie sehr die Polit-Debatte an der jüngeren Generation (und ihren Kindern) vorbeiläuft. Als Berufstätige finanzieren sie die jetzigen Pensionen, selbst müssen sie schon heute auf Eigenvorsorge setzen. Das Erbe jahrelanger Reformverschleppungen und einer Gesellschaft, die über Jahrzehnte über ihre Verhältnisse gelebt hat, drückt hart. Pure Verweigerungsreflexe sorgen da nur dafür, dass auch die jetzigen Kinder in Sachen Pension zur vergessenen Generation werden. Gewerkschaftliche Solidarität darf ruhig auch ein Zukunftsprojekt sein.

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