Zwischenbilanz der ORF-Irakhilfe: 500.000 Euro für die Opfer des Krieges

Ab heute gehen die Spendengelder der Ö3-Aktion an die Stiftung "Nachbar in Not" für weitere Hilfsmaßnahmen

Wien (OTS) - Zehn Tage nachdem die ersten Bomben auf Bagdad
gefallen waren, initiierte das ORF-Hitradio Ö3 am 31. März 2003 in Zusammenarbeit mit der ORF-Stabstelle "Humanitarian Broadcasting" die Aktion "Hilfe für die Kinder Iraks - Ö3 für die Opfer des Krieges". Gemeinsam mit Caritas und dem Roten Kreuz, die als Einzige über eine entsprechende Infrastruktur im Krisengebiet verfügen und deren internationale Vertreter auch am Kriegsschauplatz präsent waren und sind, sowie mit Unterstützung von Telekom Austria, die kostenlos die unentgeltliche Spendenhotline 0800 22 20 20 zur Verfügung stellt, wurde die Hilfsaktion binnen kürzester Zeit gestartet. Mittlerweile ist es in Zusammenarbeit mit allen Mobilnetzbetreibern des Landes auch möglich, via SMS zu spenden. Heute am 15. April 2003 kann eine erste Zwischenbilanz gezogen werden: 476.740,60 Euro sind zugesagt bzw. bereits auf das PSK Konto 90. 60. 1000 eingezahlt worden. 4.047 Menschen beteiligten sich bisher. Zahlreiche Prominente haben sich in den Dienst der Hilfsaktion gestellt.

Jörg Ruminak, Leiter der sozialen Hilfsaktionen des ORF: "Der ORF ist seiner Rolle als Leitmedium gerecht geworden und hat als Erster eine nationale Plattform geschaffen, um jenen Menschen, die den Opfern des Krieges helfen wollten, ein Ventil zu bieten." Ö3-Programmchef Georg Spatt ergänzt: "Das Hitradio Ö3 hat als größtes und schnellstes Radiomedium des Landes rasch reagiert und zu einem Zeitpunkt als noch kaum oder nur wenige Bilder vom zivilen Leid des Krieges über die Nachrichtenagenturen gingen durch seine Berichterstattung eine programmliche und humanitäre Klammer geschaffen."

Vor mehr als zehn Jahren haben die Österreicherinnen und Österreicher mit der Hilfsaktion "Nachbar in Not" auf den Krieg in ihrem Nachbarland Jugoslawien geantwortet. Die gemeinsame Aktion von ORF, Caritas und Rotem Kreuz wurde zu einem international anerkannten, beeindruckenden Zeichen der Solidarität mit den zivilen Opfern des auseinanderbrechenden Vielvölkerstaates. Im elften Jahr seit Bestehen von "Nachbar in Not" haben Caritas und Rotes Kreuz aus der Hilfsaktion eine Stiftung gemacht. Der ORF ist als Medienpartner Dritteleigner der Marke. Neben den Stiftern Caritas und Rotes Kreuz sind das Österreichische Hilfswerk, die Volkshilfe Österreich, die Diakonie Österreich, der Maltester Hospitaldienst, der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs sowie Care Österreich Kooperationspartner. Franz Prüller, Generalsekretär der Caritas und derzeitiger Vorsitzender des Stiftungsvorstandes: "Ich freue mich, dass es gelungen ist, die acht großen, österreichischen Hilfsorganisationen unter dem Dach der angesehenen Marke 'Nachbar in Not' zu vereinen. Dadurch entsteht eine unbürokratische Plattform mit einem großen Aktionsradius für Hilfsaktionen in unseren Nachbarländern aber auch bei Krisen und Katastrophen weltweit."

Angesichts der Entwicklungen im Irak haben die Stiftungsgründer heute, Dienstag, den 15. April, beschlossen, dass ab sofort die der Ö3-Aktion zugesagten Spendengelder von Caritas und Rotem Kreuz der Stiftung übergeben werden. Die Verteilung der Spendengelder obliegt der Stiftung und wird sich nach Durchführbarkeit und Dringlichkeit der Projekte richten
Die Caritas, die 14 Erste-Hilfe-Zentren im Irak betreibt, kümmert sich insbesondere um unterernährte Kinder - bereits vor dem Krieg betrug ihre Zahl 500.000. Viele von ihnen brauchen dringend hochwertige Zusatznahrung und medizinische Betreuung. Sie kostet 10 Euro pro Woche. 2.000 Erste-Hilfe-Pakete wurden bereits an Schulen und Familien verteilt. Der Fokus der Rotkreuz-Arbeit liegt in der Wasserversorgung für die Bevölkerung und für Krankenhäuser. In Basra wurde die Wasserversorgung von Rotkreuz-Technikern zum Teil wieder hergestellt und in Bagdad Trinkwasseraufbereitungsanlagen errichtet. Die Versorgung eines Menschen mit sauberem Wasser kostet 5 Euro im Monat. Die Diakonie Österreich hat 20 Versorgungs- und Hilfszentren in Kirchen, Moscheen und Schulen eingerichtet und bereitet Lebensmittelhilfe für mehr als 3.200 Familien vor. Das Hilfswerk Austria hat alle Vorbereitungen getroffen, um medizinische Hilfsgüter - insbesondere Antibiotika, Schmerzmittel, Verbandsmaterial, Kindernahrung - sobald als möglich in den Irak zu liefern. Mit zwei erfahrenen Kinderärzten soll im Mutter-Kind-Spital in Basra die medizinische Versorgung wieder aufgebaut werden. Der Samariter-Bund konzipiert den Einsatz mobiler Ambulanzen zur medizinischen Basisversorgung der Bevölkerung in ländlichen Gebieten. Care leitet ein Flüchtlingslager im jordanischen Ruwasheid und unterstützt Spitäler mit Versorgungsmaterialien. Der Malteser Hospitaldienst hat mit der Verteilung von Hilfsgütern im nordirakischen Grenzgebiet, wohin viele geflohen sind, begonnen. Die Volkshilfe möchte ein Hilfsprojekt im irakischen Teil Kurdistans starten.

So kann gespendet werden:
"Hilfe für die Kinder Iraks - Ö3 für die Opfer des Krieges" Spendenhotline 0800 22 20 20
PSK 90. 60.1000 (Erlagscheine bei jeder P.S.K. und allen Postämtern) Spenden via SMS: Einfach ein leeres SMS oder "?" an 0800 22 20 20 schicken (weitere Infos und online Spenden unter http://oe3.ORF.at).

Rückfragen & Kontakt:

ORF-Humanitarian Broadcasting
Christine Kaiser
Telefon: (01) 878 78-12422
http://lichtinsdunkel.ORF.at
http://kundendienst.ORF.at

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