Brosz: Bildungsministerium lieferte OECD nachweislich falsche Daten

Grüne fordern Aussetzung der Stundenkürzung

OTS (Wien) - "Die vom Bildungsministerium unter Verantwortung von BMin Gehrer der OECD übermittelten Daten über die Unterrichtsstunden bei Österreichs 12- bis 14jährigen sind grob falsch. Bei der enormen Abweichung muss von einer fahrlässigen Vorgangsweise gesprochen werden," so der Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz.

Bildungsminsterin Gehrer hat als Begründung für die von ihr geplante Stundenkürzung wiederholt die OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2002" heran gezogen. Aus dem Anhang geht eindeutig hervor, dass das österreichische Bildungsministerium der OECD falsche Daten übermittelt hat.

Die Berechnung der Daten hätte durch eine Umrechnung der 50-Minuten-Stunden in ganze Stunden unter Abzug der Ferien und Feiertage sowie unter Nichteinrechnung der Freigegenstände erfolgen müssen. Nach diesem Berechnungsschüssel ergeben sich für Österreich bei 36 Schulwochen mit 32 bzw. 33 fünfzigminütigen Wochenstunden bei den 12-bis 14jährigen 960 bzw. 990 Jahresstunden, im Durchschnitt 970. Statt dessen wurden der OECD bei den 12jährigen 1013 Stunden, den 13jährigen 1169 und bei den 14jährigen 1262 Stunden, im Durchschnitt 1148 Stunden bekannt gegeben. Der Unterschied beträgt im Durchschnitt somit 178 Stunden oder 6,5 Schulwochen. Somit liegt Österreich nur geringfügig über dem OECD-Durchschnitt.

"Die schlampige Vorgangsweise des Ministeriums zeigt sich schon dadurch,dass enorme Unterschiede zwischen der sechsten, siebten und achten Schulstufe gibt, obwohl sich die Stundentafel nur um eine Stunde verändert. Ich fordere Ministerin Gehrer dringend auf, von der Erlassung der Verordnung Abstand zu nehmen und diese bis zum Vorliegen einer seriösen Datengrundlage auszusetzen. Eine Stundenkürzung ohne die Ausweitung der Wahlmöglichkeiten und der Fördermaßnahmen ist ohnehin der falsche Weg," so Brosz abschließend.

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