"WER ETWAS FÜR MINDERHEITEN TUT, DER TUT AUCH ETWAS FÜR SICH" Slowenische Parlamentarierdelegation zu Gast im Hohen Haus

Wien (PK) - Eine Delegation des Slowenischen Parlaments unter der Leitung des Abgeordneten France Puksic traf heute zu einer Aussprache mit österreichischen Abgeordneten im Hohen Haus zusammen. Von österreichischer Seite nahmen die MandatarInnen Melitta Trunk, Walter Posch (beide S), Michael Praßl, Johannes Missethon (beide V) und Elke Achleitner (F) teil. Im Mittelpunkt
der Unterredung stand dabei die Lage der slowenischen Minderheit
in Kärnten.

Puksic verwies in seinem Einleitungsstatement darauf, dass nahezu 500.000 Slowenen außerhalb der Landesgrenzen der Republik
Slowenien lebten, für deren Belange im slowenischen Parlament ein eigener Ausschuss eingesetzt worden sei. Der Mandatar, der selbst Vorsitzender dieses Ausschusses ist, erläuterte die Grundzüge der slowenischen Minderheitenpolitik, die in der Folge aus
praktischer Sicht von der Abgeordneten der ungarischen Minderheit
im slowenischen Parlament, Maria Pozsonec, illustriert wurde. Konkret verlieh Puksic seiner Hoffnung Ausdruck, Österreich werde als demokratisches Land die Entscheidungen des Verfassungsgerichtshofes bezüglich der Amtssprachen- und der Ortstafelregelung umsetzen und auch für den Minderheitenrundfunk, konkret für den Sender "Radio 2", eine entsprechende Lösung finden.

Von österreichischer Seite zeigte sich Posch zuversichtlich, in diesen Fragen zu einer Einigung gelangen zu können, während Trunk ergänzte, Ziel müsse es sein, dass Slowenisch nicht länger nur als Minderheitensprache, sondern als Europasprache begriffen
werde, die mit entsprechender Selbstverständlichkeit gelernt
werde. Hinsichtlich "Radio 2" verwies Trunk auf die von den Abgeordneten Muttonen und Glawischnig eingebrachte Petition und darauf, dass dieses Thema auch Gegenstand der Verhandlungen im österreichischen Parlament sei. Der slowenische Abgeordnete Joze Avsic meinte, man solle Minderheiten als Bereicherung und nicht
als Störfaktor begreifen, und sein Kollege Joze Kavticnik resümierte den Gedankenaustausch mit den Worten: "Wer für die Minderheit etwas tut, der tut auch etwas für sich selbst." Die Abgeordneten kamen überein, den Dialog bei nächster Gelegenheit fortzusetzen. (Schluss)

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