Wachstum von real 1,5% über dem österreichischen Durchschnitt

Salzburg (OTS) - Die weltweiten wirtschaftlichen Turbulenzen haben zwar auch in Österreich zu einer drastischen Konjunkturabschwächung im Laufe des Jahres 2002 geführt, dennoch konnte sich die Salzburger Wirtschaft diesem Trend in spürbarem Maße entziehen und nach ersten Schätzungen die österreichweite Steigerung des Bruttoinlandsproduktes deutlich übertreffen.

Nach den derzeit vorliegenden regionalstatistischen Daten ist die Salzburger Wirtschaft im Vorjahr um rund 1,5% real (nominell 2,8%) gewachsen, womit das Ergebnis für Österreich von 1,0% real (nominell 2,3%) übertroffen wurde. Das nominelle Bruttoregionalprodukt Salzburgs ist somit um rund 0,43 Mrd. Euro auf 15,9 Mrd. Euro gestiegen. Mit dieser Gesamtwertschöpfung nimmt Salzburg, gemessen an der Kopfquote, in Österreich wie schon bisher nach Wien die wirtschaftliche Spitzenstellung ein. Bezieht man das Regionalprodukt auf die Bevölkerungszahl, so ergibt sich für Salzburg eine Wertschöpfung von rund 30.840 Euro je Einwohner; dieser Wert liegt deutlich über der gesamtösterreichischen Kopfquote von rund 26.990 Euro.

Die Berechnungen zum Wirtschaftsbericht wurden vom Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Salzburg, Dkfm. Bernd Gaubinger, durchgeführt: "Angesichts der sehr hartnäckigen Konjunkturschwäche mit einem auch international ungünstigen Umfeld ist dieses gegen den allgemeinen Trend erzielte Ergebnis als durchaus beachtlich anzusehen und spricht für die sehr konjunkturanpassungsfähige (krisenresistente) Struktur der Salzburger Wirtschaft."

Rund 1.300 neue Arbeitsplätze

Eine positive Bilanz kann - trotz gegenläufiger Entwicklung bei Beschäftigten und Arbeitslosen - auch für den Salzburger Arbeitsmarkt gezogen werden. Die Gesamtzahl der unselbstständig Beschäftigten ist um 1,7% bzw. 3.600 Personen auf 217.400 gestiegen, österreichweit um 0,2% bzw. 16.300 auf 3,155.000 Beschäftigte. Bereinigt um die relativ große Zahl von KarenzgeldbezieherInnen (5.500) ergibt sich eine "echte" Beschäftigungszunahme um rund 1.300 auf 211.900 Unselbstständige, was einem Zuwachs von 0,6% entspricht, dem ein gesamtösterreichischer Rückgang um 0,4% bzw. 13.700 Beschäftigten gegenübersteht.

Wie in allen anderen Bundesländern konnte auch in Salzburg ein Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht verhindert werden. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen erhöhte sich hier um rund 1.500 auf 11.200 (+ 15%), damit ähnlich wie im Bundesdurchschnitt (+ 14% bzw. um 28.500 auf 232.400 Personen). Dennoch wies Salzburg weiterhin mit 4,9% die zweitbeste Arbeitslosenrate nach Oberösterreich (4,7%) auf und lag deutlich unter dem Österreichdurchschnitt von 6,9%. Die höchsten Arbeitslosenquoten verzeichneten Wien (9,0%), Burgenland (8,6%) und Kärnten (8,2%).

Bei den gemeldeten offenen Stellen trat in Salzburg ein Rückgang um 15% (auf 2.100) ein, bundesweit fiel die Abnahme mit 22% (auf 228.000) deutlich stärker aus.

Rückläufiges Steueraufkommen

Das Aufkommen an gemeinschaftlichen Bundesabgaben belief sich 2002 in Salzburg auf 3,81 Mrd. Euro und war damit um 3,4% geringer als ein Jahr zuvor; das gesamtösterreichische Aufkommen von 48,5 Mrd. Euro war um 2,7% rückläufig. Diese Entwicklung ist auf Sondereinflüsse im Jahr 2001 zurückzuführen, als es durch verschiedene steuerrechtliche Maßnahmen, die zu einer Erhöhung der Steuerbelastung bzw. zu Vorzieheffekten geführt hatten, zu einer anormalen Steigerung des Aufkommens in Salzburg um 30% gekommen ist.

So war bei der Einkommensteuer 2002 ein Rückgang von 23,1% (Österreich - 22,6%) zu verzeichnen, die Körperschaftsteuer ging um 24,6% zurück (Österreich - 26,9%). Ein Jahr zuvor war das Einkommensteueraufkommen noch um 53% gestiegen, die Körperschaftsteuer um 139%. Bei der Lohnsteuer verzeichnete Salzburg einen Zuwachs von 5,6%, deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (+ 3,6%). Das Aufkommen an Umsatzsteuer, das in Salzburg rund die Hälfte des Gesamtsteueraufkommens beträgt, blieb gegenüber dem Vorjahr mit + 0,1% unverändert (Österreich + 1,6%). Das Bundesland Salzburg liegt auch beim Aufkommen an gemeinschaftlichen Bundesabgaben, bezogen auf die Einwohnerzahl, mit einer Steuerkopfquote von 7.390 Euro nach wie vor deutlich über dem Österreichdurchschnitt von 6.039 Euro und damit weiterhin an der Spitze aller Bundesländer, abgesehen von Wien (mit 14.983 Euro) aufgrund seiner Sonderstellung.

Wachstum auf breiterer Basis

Nachdem bereits ein Jahr zuvor der Sektor der Sachgütererzeugung und der Tourismus die wichtigste Konjunkturstütze bildeten, ist im vergangenen Jahr der Bereich der wirtschaftsnahen Dienstleistungen als Wachstumsträger hinzugekommen, lediglich die Bauwirtschaft hatte erneut einen Produktionsrückgang hinnehmen müssen.

Die Sachgütererzeugung (sie umfasst die Industrie und das produzierende Gewerbe) verzeichnete 2002 in Salzburg mit einem Produktionswachstum von 3,4% ein deutlich über der gesamtösterreichischen Steigerung (+ 0,6%) liegendes Ergebnis. Hier fällt vor allem der Wachstumsabstand zwischen der Salzburger Industrie (+ 2,9%) und der gesamtösterreichischen Industrie (- 1,0%) auf; eine wesentliche Rolle dabei spielen die exportierenden Industriebetriebe Salzburgs. Die Energiewirtschaft verzeichnete in Salzburg einen Rückgang um 3% (Österreich + 4,4%), der aus einem auf die Strommarktliberalisierung zurückführenden Ertragseffekt resultiert.

Der Rückgang der Bauproduktion hat sich in Salzburg auch 2002, wenngleich in abgeschwächtem Ausmaß gegenüber den beiden vorangegangenen Jahren, fortgesetzt. Der Produktionswert der gesamten Salzburger Bauwirtschaft (Hoch- und Tiefbau, Ausbau- und Bauhilfsgewerbe, Bauinstallationen) ging um 0,6% zurück (real daher um etwa 1,5%); demgegenüber gab es bundesweit eine leichte Steigerung um 0,8%, real ein Stagnieren der Bauproduktion.

Eine besonders kräftige Expansion weist der Sektor der wirtschaftsnahen Dienstleistungen auf; vor allem die Bereiche "Unternehmensbezogene Dienstleistungen", "Datenverarbeitung und Datenbanken" und "Forschung und Entwicklung" verzeichneten einen Beschäftigtenzuwachs von über 14% bzw. 1.400 Personen; der bundesweite Zuwachs betrug hingegen 5%.

Starke Zuwächse im Fremdenverkehr

Die Salzburger Tourismuswirtschaft konnte - nach hervorragenden Ergebnissen 2001 - im vergangenen Jahr erneut einen deutlichen Zuwachs bei den Nächtigungen und erheblich stärkere Umsatzzuwächse verzeichnen. So ist die Zahl der Übernachtungen in Salzburg um rund 523.000 bzw. 2,4% auf 22 Millionen gestiegen; bundesweit belief sich der Zuwachs auf 1,6% bzw. 1,9 Mill. auf 116,7 Mill. Übernachtungen. Diese Entwicklung ist vorrangig auf die Wintersaison 2001/2002 mit einem Nächtigungszuwachs von 4,5% zurückzuführen. In der Sommersaison stiegen die Übernachtungen um 1,6%.

Wie schon im Vorjahr sind auch die Tourismusumsätze wieder überdurchschnittlich stark gestiegen: Während die Salzburger Tourismuswirtschaft 2002 ein Umsatzwachstum von 5,8% auf 3,1 Mrd. Euro erreichte (vor allem dank einem hervorragenden Winterhalbjahr 2001/2002 mit + 8,3%), lag die gesamtösterreichische Steigerung bei 4,3%.

Da seit mehreren Jahren keine Daten zur regionalen Umsatzentwicklung des Handels verfügbar sind, ist in diesem Bereich für Salzburg nur eine grobe Schätzung aus den österreichweiten Ergebnissen möglich. Zieht man die Beschäftigtenentwicklung im Handel zum Vergleich heran, so dürfte die Umsatzentwicklung im Salzburger Einzelhandel etwas besser als im Bundesdurchschnitt (+ 0,6% nominell) verlaufen sein, im Salzburger Großhandel hingegen ungünstiger als gesamtösterreichisch (+ 2,0% nominell).

Kräftiges Plus bei Neugründungen

Wieder eine positive Entwicklung zeigt die Mitgliederstatistik der Wirtschaftskammer Salzburg. Ende 2002 wurden 33.495 Kammermitglieder gezählt, um rund 900 Mitglieder bzw. 2,7% mehr als ein Jahr zuvor. Besonders erfreulich sind die Ergebnisse der Gründungsstatistik der Wirtschaftskammer Salzburg. So gab es im Vorjahr 2008 echte Betriebsneugründungen, um 1,7% mehr als 2001. Fasst man die letzten zwei Jahre zusammen, so wurden in diesem Zeitraum immerhin rund 4.000 Betriebe im Bundesland Salzburg neu gegründet.

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