Den Wald vor lauter Themen sehen

Bundesminister Josef Pröll diskutierte mit Schülern des Gymnasium Rahlgasse zu Themen des Walds und Umweltthemen

Wien (OTS) - SchülerInnen des Gymnasium Rahlgasse stellten dem Forstminister Josef Pröll Fragen zum Zustand des Waldes und zum Umweltschutz. Anlass war die vom 28.-30. April in der Wiener Hofburg stattfindende "Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa", an der 44 Minister teilnehmen werden. Die durchaus kritischen Fragen der Schüler zielten auf Transitverkehr, die Harmonisierung unterschiedlicher Interessen am Wald, sowie die Liberalisierung und das GATS-Abkommen.

Im Vorfeld der "Vierten Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa", die in der Wiener Hofburg vom 28.-30.4. abgehalten wird, diskutierten SchülerInnen des Bundesrealgymnasium Wien 6, Rahlgasse mit dem zuständigen Bundesminister Josef Pröll zu Fragen des Umweltschutzes und der Entwicklung des Waldes.

Minister Josef Pröll nannte auf Nachfrage der Schüler als seine Zielsetzung bei der kommenden Konferenz, an der 44 europäische Forstminister und ein Vertreter der EU teilnehmen werden, Impulse zur Verbesserung der Nachhaltigkeit für den ganzen Kontinent zu geben. Es würden bei der Konferenz auch Nichtregierungsorganisationen und Unternehmervertreter im Dialog vertreten sein. Das sei besonders wichtig, betonte der Minister, weil es gleich nach den Beschlüssen vor allem um die Qualität der folgenden Umsetzung geht.

Die Schüler zeigten sich in der Diskussion besorgt über den zunehmenden Transitverkehr in Europa, der auch den Wald in Österreich in Gefahr bringe. Die EU würde keine umfassende und auf den Schutz der Lebensräume und der Gesundheit der Menschen bedachte Umweltpolitik machen. Bei diesem Diskussionspunkt legte der Minister ein klares Bekenntnis zu Europa ab. Es sei notwendig, europäische Beschlüsse zu erreichen, um echte Erfolge über den österreichischen Länderrahmen hinaus zu erzielen. Das "Wir wachsen zusammen" sei eine faszinierende Idee, geeignet Partikularinteressen hintan zu halten. In Österreich sei der Wald nicht in Gefahr, betonte der Minister. Das Problem hierzulande sei eher, dass der Wald wächst und zwar um einen Kubikmeter pro Sekunde. Nur zwei Drittel dieses Zuwachses könnten tatsächlich genutzt werden. Wirklich gefährdet seien derzeit nur zwei Prozent des österreichischen Waldes. Minister Pröll verwies dann noch auf die Klimastrategie der Bundesregierung in Abstimmung mit den Bundesländern und zählte deren Schwerpunkte auf: Forcierung von Energie aus Biomasse, Mobilitätsmanagement zur Verringerung des Verkehrsaufkommens, Bewusstseinbildung in Hinsicht auf die Einschränkung des Verkehrsaufkommens, Förderung der biogenen Treibstoffe und Beschränkung der CO2-Emissionen durch den Handel mit Zertifkaten.

Ein die Schüler interessierendes Thema war die Problematik unterschiedlicher Waldnutzung und wie alle Interessen zu verbinden sind. Minister Pröll wies darauf hin, dass es wichtig ist, die Rechte der Eigentümer zu respektieren. Die österreichischen Wälder seien zu 80 Prozent in Privatbesitz und zu 20 Prozent im Eigentum der Österreichischen Bundesforste. Mit diesen Eigentümern müsse jeweils ein Ausgleich gefunden werden. So sei das Mountain biken auf Grund von Vereinbarungen des Tourismusverbandes mit den Waldbesitzern auf 20.000 km in Österreich erlaubt. Auf die Nachfrage einer Schülerin, ob daran gedacht sei, auch das Autofahren im Wald zuzulassen, meinte der Minister, dass es jedenfalls keine Pläne des Ministeriums dazu gäbe, dass aber auch in diesem Fall gelte, dass die Verfügungsrechte beim Waldbesitzer lägen, wobei dieser alle strengen österreichischen Bestimmungen zu beachten habe.

Eine aufgeregte Stimmung im Saal war bei der Frage nach der Liberalisierung und hier im Speziellen beim Thema "General Agreement on Trade in Services (GATS)" zu spüren. Würde durch Privatisierungen in der Folge das Wasser in Österreich so teuer werden, dass sich manche Haushalte ihr Trinkwasser nicht mehr leisten könnten, lautete eine Frage von Seiten der Schüler. Bundesminister Pröll betonte, dass es in der Trinkwasserversorgung in Österreich zu keiner Liberalisierung kommen werde. Es sei hierzulande genau geregelt, dass die Besitzer von Wasserressourcen diese gegen Entgelt für den öffentlichen Bedarf zur Verfügung stellen müssen, und so werde es auch bleiben. Er sei aber auch in diesem Fall dem Gedanken des privaten Eigentums verpflichtet. Und er stellte den Jugendlichen die Gegenfrage, ob ein Land wie Österreich, das seine Wassermengen nur zu drei Prozent selber nutzt, mit diesem Rohstoff nicht auch Handel treiben sollte.

In der Folge ging es in der Diskussion dann noch um emotionale Fragen, die Jugendliche bewegen, wie Antiatompolitik, Gentechnik und Tierschutz.

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