Frais: Mehr Demokratie, Frau Minister!

Vor Abstimmung der Landesschulräte erklärt BM Gehrer auf Stundenreduktion zu beharren

Linz (OTS) - Obwohl die Begutachtungsfrist für die „Wochenstundenentlastungs- und Rechtsbereinigungsverordnung 2003“ – kurz die 2-Stunden-Reduktion – erst am 28.04.03 endet, hat BM Gehrer in ständestaatlicher Manier bereits öffentlich angekündigt, dass sie auf ihren Stundenkürzungsplänen beharren werde. „Bei der Abstimmung im oberösterreichischen Landesschulratskollegium am 23.04.03 werden insbesondere die Lehrervertreter von ÖVP und FPÖ vor die Wahl zwischen Linientreue zu den Bundes- und Landesparteien und den Interessen der Lehrer, Eltern und Schüler vor Ort gestellt,“ unterstreicht Frais die Bedeutung der bevorstehenden Abstimmung über die oberösterreichische Stellungnahme. Gleichzeitig kritisiert er die Vorgangsweise der Bundesregierung: „Die Durchführung einer Stundenreduktion ohne auf die Lehrpläne und auf die negativen Auswirkungen zu achten, ist ein konzeptloser Schnellschuss.“

Es sei ungeheuerlich, wie Gehrer auf die Sorgen von Lehrer, Eltern und Schülern reagiere, indem Sie eine Umfrage manipulativ zur Begründung für die Stundenkürzungen heranziehe. „Wenn die Arbeitnehmer eines Betriebs gefragt werden, ob sie 100 Euro mehr verdienen möchten, werden sie auch ja sagen – und enttäuscht sein, wenn herauskommt, dass sie dafür mehr arbeiten müssen!“ erklärt Frais das manipulative Vorgehen der Unterrichtsministerin.

Auch wenn für die Unterrichtsministerin die Entscheidung über die Stundenreduktion offensichtlich schon gefallen ist, stellt die für 23.04.03 geplante Abstimmung in den Landesschulräten einen demokratiepolitischen Baustein dar. „Für die SPÖ ist aus faktischen und sachlichen Gründen die Ablehnung klar. Bei einem Kräfteverhältnis von 14 ÖVP, 9 SPÖ, 7 FPÖ und 1 Grüne wird es insbesondere auf die Berufsauffassung der Lehrervertreter von ÖVP und FPÖ ankommen, ob im Interesse von Lehrern, Schülern, Eltern und dem Bildungssystem oder im Interesse der Ministerin abgestimmt wird,“ so der SP-Klubobmann.

Frais beleuchtet die negativen Folgen einer Umsetzung des Gehrer-Projekts: „Jüngere Lehrer ohne festes Dienstverhältnis wären mit langen Wartezeiten und Arbeitslosigkeit konfrontiert. In den Schulen selbst würden gleichzeitig die Älteren mittels Konferenzzimmerdruck in die Frühpension geschickt. Mehr Lernen in der Freizeit, mehr Nachhilfestunden und der Verlust von schulischen Schwerpunktprojekten sind weitere Konsequenzen.“

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