Bauernbund fordert Schaffung einer europaweiten Tierschutzzone

Grillitsch: ÖVP setzt mit Bundestierschutzgesetz wichtige Forderung um

Wien (AIZ) - "Die ÖVP und der Österreichische Bauernbund treten in der heute stattfindenden Tierschutz-Enquete für eine nachhaltige, tiergerechte und qualitätsorientierte Tierhaltung ein. Ein Bundestierschutzgesetz soll die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung des Tierschutzes auf der Basis einheitlicher europäischer Standards sicherstellen und im Sinne eines effizienten Verbraucherschutzes bei der EU-Erweiterung die Schaffung einer europaweiten Tierschutzzone unterstützen." Dies stellte heute Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch anlässlich der parlamentarischen Tierschutz-Enquete fest.

"Unsere Tiere brauchen die Verantwortung des Menschen. Das Leben und Wohlbefinden der Tiere ist den heimischen Landwirten ein selbstverständliches Anliegen. Der Österreichische Bauernbund unterstützt deshalb alle Maßnahmen, die eine tiergerechte Haltung sichern", so Grillitsch. Tierschutz sei aber unteilbar: "Tiergerechte Haltung muss deshalb sowohl für Heimtiere als auch für landwirtschaftliche Nutztiere gelten. Darüber hinaus bekennt sich der Bauernbund auch zum umfassenden Konsumentenschutz. Deshalb müssen Lebensmittel aus Drittstaaten denselben Standards unterliegen wie jene aus heimischer Produktion. Einheitliche Tierschutzstandards sind auch die Grundvoraussetzung für einen fairen Wettbewerb in Europa", unterstrich Grillitsch.

Der Bauernbund fordert deshalb für das neue Bundestierschutzgesetz: klare bundesgesetzliche Bestimmungen für einen einheitlichen und effizienten Vollzug auf Landesebene, um eine EU-rechtskonforme Umsetzung zu gewährleisten. Der Geltungsbereich des Bundestierschutzgesetzes soll die Heimtierhaltung, die Haltung von Nutztieren, die Haltung von Tieren in Zoos und Tierparks sowie die Gewerbliche Tierhaltung (zum Beispiel Zoofachhandlungen) umfassen. Bei der Einrichtung des Bundestierschutzgesetzes sind besonders Fragen der Tiergesundheit, des Verbraucherschutzes und der wirtschaftlichen Verhältnismäßigkeit zu berücksichtigen.

Anreize für besonders tierfreundliche Haltungsformen schaffen

Für besonders tierfreundliche Haltungsformen sind aus der Sicht des Bauernbundes Anreize und zusätzliche Investitionsförderungen für die Sicherung einer familienbetrieblich strukturierten Landwirtschaft vorzusehen. Nachteilige Veränderungen bei den Tierschutzstandards in der Berglandwirtschaft müssen finanziell abgefedert werden. Um Übertretungen der Tierschutzvorschriften wirksam zu verhindern, sind die bestehenden Kontrollsysteme und Kontrollmaßnahmen der Veterinärbehörden zu evaluieren. Zusätzliche bürokratische Hürden sollen dabei grundsätzlich verhindert werden. Das Verantwortungsbewusstsein soll durch gezielte Ausbildungsmaßnahmen und eine Informationsoffensive erhöht werden.
"Die Konstruktion des Bundestierschutzgesetzes muss so gestaltet sein, dass die Umsetzung von EU-Recht in nationales Recht möglichst rasch und ohne Verzögerungen erfolgen kann", so der Bauernbundpräsident.

"Ein modernes Tierschutzgesetz muss hinsichtlich der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung von einem Nutzungsanspruch des Menschen gegenüber dem Tier ausgehen. Eine andere Sicht der Dinge würde jeden einzelnen Konsumenten vor den Kopf stoßen und jede Diskussion um Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelqualität ad absurdum führen. Gleichzeitig hat der Mensch Verantwortung für das Tier als Mitgeschöpf zu übernehmen. Dies gilt aber im gleichen Maße für alle Halter von Tieren, egal ob deren Schützlinge in einem Haushalt, in einem Zoo oder auf einem Bauernhof leben", erklärte Grillitsch.

Eine völlige Gleichstellung des Menschen mit dem Tier allerdings lehne man ab, ebenso eine unreflektierte Übertragung menschlicher Begriffe und Werte auf das Tier. Es ist für uns erkenntnismäßig und in seriöser Art und Weise nicht nachvollziehbar, ob Bedürfnisse von Menschen, sich tatsächlich mit den Bedarfen der Tiere decken. Leben und Wohlbefinden muss für Menschen menschgerecht und für Tiere tiergerecht sein", so Grillitsch.
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