Lawinen: Jetzt besondere Vorsicht für SkitourengeherInnen!

Traurige Zwischenbilanz - bisher bereits 32 Lawinen-Opfer. "Sicher Leben" rät aufgrund aktueller Schneelage zu Vorsicht bei Skitouren

Wien (OTS) - Verschneite Hänge, in unberührter Natur abseits des Massentourismus, bieten sich meist nur SkitourengeherInnen an. Vor allem im Frühling, wo die Tage länger und die Temperaturen wärmer werden lockt es viele Naturbegeisterte "on Tour". Die ergiebigen Neuschneemengen der letzten Tage führten zu erheblichen Lawinen-Gefahren. Das Institut "Sicher Leben" rät zu besonderer Vorsicht auf Skitouren bei der momentanen Schneelage. Spontane Lawinen-Abgänge könnten gerade in diesen Tagen passieren.

71 % der Lawinenopfer sind SkitourengeherInnen

71 Prozent aller Lawinentoten der vergangenen Winter-Saison waren SkitourengeherInnen. Damit die Chance zu Überleben im Falle einer Verschüttung steigt, ist das unbedingte Mitführen eines LVS-Gerätes notwendig. "Hohe Überlebenschancen bestehen lediglich innerhalb der ersten Viertelstunde. Werden Verschüttete erst nach einer halben Stunde gefunden und geborgen, liegt die Überlebens-Wahrscheinlichkeit nur mehr bei 70 Prozent. Verwenden Sie daher unbedingt ein Lawinenpiepserl und lassen Sie dieses auch immer eingeschaltet!", rät "Sicher Leben"-Leiter Dr. Rupert Kisser. Zur richtigen Ausrüstung in den tief verschneiten Bergen gehört neben dem Lawinen-Verschütteten-Gerät außerdem eine Lawinenschaufel, eine Lawinen-Sonde und eventuell der Lawinen-Airbag.

Verdoppelung der Lawinen-Toten gegenüber dem Vorjahr

Eine traurige Zwischenbilanz für die heurige Wintersaison verzeichnet Reinhold Dörflinger, Präsident des Bundesverbands der Österreichischen Bergrettung, obwohl diese noch lange nicht zu Ende ist! 32 Lawinenopfer gab es bisher in dieser Wintersaison. Zum Vergleich: In den vergangenen beiden Saisonen starben insgesamt 39 Personen bei Lawinenabgängen. Ski- und SnowboardfahrerInnen, die abseits der Pisten unterwegs sind, können Lawinen auslösen und dadurch nicht nur sich selbst gefährden. Kisser: "Wer in gesperrtes Gebiet einfährt, kann eine Lawine auslösen und andere Unschuldige auf gesicherten Pisten gefährden. Erst kürzlich wurde ein Kind durch eine Lawine getötet, die ein Unbekannter im gesperrten Gebiet ausgelöst hatte."

Sicher gerüstet in die Berge

Wer eine Skitour unternimmt muss unbedingt mit LVS-Gerät, Lawinen-Sonde, Erste-Hilfe-Paket, Schaufel, Handy, und eventuell mit einem Lawinen-Airbag ausgerüstet sein. Damit das "Lawinenpieps" im Falle einer Verschüttung tatsächlich nützt müssen alle Beteiligten einer Skitour eines mitführen und unbedingt eingeschaltet haben. Es sollte auch ein "Trockentraining" durchgeführt werden - also regelmäßig am Gerät üben! Weitere wichtige Empfehlungen von "Sicher Leben":

  • Lawinenlagebericht studieren und Tourenplanung danach ausrichten (www.lawinen.org)
  • Beurteilung der Situation vor der Tour (Wind, Temperatur, Niederschlagsmenge, Gelände und Schneedeckenaufbau)
  • Niemals alleine abseits der Piste unterwegs sein!
  • Besondere Vorsicht mit mehr als 35 Grad Gefälle! Je steiler, umso höher ist auch die Lawinengefahr!
  • In Hänge unbedingt einzeln einfahren, um die eigene Gruppe oder andere Tourengeher nicht zu gefährden
  • Warnhinweise von Pistenpersonal und alpinen Organisationen unbedingt beachten - wer abseits der Piste fährt könnte nicht nur sich selbst, sondern auch Benützer gesicherter Pisten gefährden
  • LVS-Gerät: Im Vorfeld eine Ausbildung absolvieren und sich mit dem Gerät vertraut machen!
  • Alpiner Notruf: 140

Rückfragen & Kontakt:

Institut Sicher Leben
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161

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