VP-Tschirf und ÖAAB-Hoch: ARBEITSVERMITTLUNG STATT ARBEITSLOSENVERWALTUNG

Der Klubobmann der Wiener ÖVP, Matthias TSCHIRF, und der Landessekretär des Wiener ÖAAB, Alfred HOCH, präsentieren ihre Vorschläge für eine verbesserte Arbeitsvermittlung in der Bundeshauptstadt. "Trotz der leichten Verbesserung in den letzten Monaten müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Arbeitsmarktpolitik hier in Wien noch stark verbesserungswürdig ist," stellte Tschirf fest. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die immer noch kritische Beschäftigungslage in der Bundeshauptstadt. Wien habe die höchste Arbeitslosigkeit aller Bundesländer und die Zahl der Arbeitsplätze liegt auf dem Niveau von 1965. Im selben Zeitraum wurde Österreichweit ein Zuwachs bei der Zahl der Beschäftigten um über 30% verzeichnet. "Die Arbeitslosigkeit betrug im Februar dieses Jahres immer noch 10,1 Prozent. Damit ist Wien immer noch zweistellig. Während in anderen Bundesländern die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten ständig neue Rekorde erreicht, hat Wien leichte Rückgänge zu verzeichnen. Das sind Realitäten, denen die Wiener SP-Alleinregierung ins Auge sehen muss," so der VP-Klubobmann.****

AMS Wien hinkt hinterher!

Ein Grund für die schlechte Entwicklung Wiens sei die Situation bei der Arbeitsvermittlung in der Bundeshauptstadt - beim AMS Wien. Das Arbeitsmarktservice der Bundeshauptstadt nimmt bei der Arbeitsvermittlung eine zentrale Rolle ein. Es weist jedoch erhebliche Defizite auf - vor allem im Bundesländervergleich hinkt das AMS Wien weit hinterher! Während in Salzburg die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit 71 und in Tirol sogar nur 67 Tage beträgt, erreichte sie in Wien die Rekordhöhe von 153 Tagen. Bei den erfolgreichen Stellenbesetzungen ist Wien ebenfalls ein negatives Schlusslicht. Während im Burgenland 11 Vermittlungsvorschläge pro offenem Arbeitsplatz notwendig waren, brachte es das Wiener AMS auf 87,2 (!) Vorschläge. Für ÖVP-Klubobmann Matthias Tschirf unterstreichen diese Beispiele den dringenden Handlungsbedarf. "Das Vermittlung des wertvollen Guts Arbeit in dieser Stadt muss eindeutig besser werden! Die Beitragszahler, die dieses System finanzieren als auch die Menschen, die es in Anspruch nehmen müssen, erwarten sich zu Recht professionelle und schnelle Serviceleistungen", so Tschirf.

Zwt.: Interne Strukturen optimieren

Die Vorschläge Tschirfs betreffen unter anderem die Fort- und Weiterbildung der AMS-Mitarbeiter. Konkret sollten die Angestellten in regelmäßigen Abständen von 6 bis 8 Monaten einen Wissenscheck durchlaufen. "Gerade auf diesem doch sehr sensiblen Arbeitsgebiet ist der letzte Wissens- und Informationsstand von ganz besonderer Wichtigkeit," konstatiert der VP-Politiker. Tschirf erwartet sich von einer verbesserten Aus- und Weiterbildung auch einen Anstieg der individuellen Motivation. Von der Möglichkeit neues Wissen und neue Kenntnisse anzuwenden profitieren sowohl der Betreuter als auch der Betreute.

Externes und besseres Controlling

Die vielfältigen Initiativen des Wiener AMS und die dabei anfallenden Kosten sollten nach Auffassung Tschirfs ebenfalls genau und sehr seriös analysiert werden. "Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurde die Kosten-Nutzen-Relation der arbeitsmarktpolitischen Förderungen nicht klar gemessen. "Eine externe Einrichtung sollte deshalb im Auftrag des AMS eine klare und transparente Kostenrechnung für alle Tätigkeitsbereiche einführen", schlägt Tschirf vor. Die Erstellung der jeweiligen Statistiken sollte ebenfalls extern durchgeführt werden. "Damit würde eine noch transparentere Darstellung der Daten und eine entsprechende Nachvollziehbarkeit gewährleistet werden", so der VP-Klubobmann.

Strengere Regeln

In Wien ist die Anzahl der Sanktionen im Vergleich zu anderen Bundesländern eher gering. Während die Quote der so genannten "schweren" Sanktionen (Sperre des Bezugs des Arbeitslosengeldes für 6 Wochen; bei Wiederholung: 8 Wochen) in Oberösterreich im Jahr 2002 12,44 Prozent betrug, erreichte sie in der Bundeshauptstadt lediglich 0,86 Prozent. "Das Ausnützen der Möglichkeiten, die einem der Gesetzgeber einräumt, ist prinzipiell auch eine Frage der Fairness gegenüber jenen, die sich wirklich um einen neuen Job bemühen", so Tschirf.

Sinnvolle Schulungen

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Kurse und Schulungen, die das AMS durchführt und durchführen lässt. Hier ortet der ÖAAB Landessekretär Alfred Hoch Optimierungspotenzial. Die Effekte und der jeweilige individuelle Nutzen sollten ernsthaft analysiert und - wenn erforderlich - auch hinterfragt werden. "Stichproben haben immer wieder ergeben, dass die Arbeitsweise und die Methoden, die bei AMS-Kursen zur Anwendung kommen, mangelhaft sind. Auch gibt es Defizite bei der jeweiligen Zuweisung zu Kursen. So kann es passieren, dass einzelne Personen 10 bis 20 Schulungen absolvieren und danach noch immer keinen Job finden. In diesem Bereich muss es deshalb eindeutig zu einer Effizienzsteigerung kommen", so Hoch.

Straffung der Struktur

Ein weiterer Reformvorschlag des ÖAAB-Landessekretär betrifft die bundesweite Struktur des AMS. Vor allem im Bereich der Führungsstruktur ortet er Verbesserungsbedarf. "Von über 3.200 Planstellen im AMS sind 275 Abteilungsleiter. Diese Kopflastigkeit schafft Doppelgleisigkeiten und unnötige Bürokratie. Eine interne personelle Verlagerung würde mit Sicherheit Vorteile und Vereinfachungen mit sich bringen", so der VP-Klubobmann. Aber auch die Vermittlungstätigkeit der einzelnen AMS-Stellen selbst und die Praktiken, die dabei angewandt werden, sollten verbessert werden. "Die Personensuche für mögliche Stellenbesetzungen findet oft nur im Zuständigkeitsbereich der jeweils verantwortlichen AMS-Stelle statt. Mögliche passende Posten, die außerhalb dieses Bereiches liegen, werden damit jedoch außer Acht gelassen. Das ist einer der Systemfehler die unbedingt beseitigt werden müssen", so Hoch.

Zügiges Vorgehen

Beide erwarten, dass die nun vorgeschlagenen Reformen zügig umgesetzt werden. "Nicht zuletzt wegen der grundsätzlich immer noch sehr kritischen Lage am Wiener Arbeitsmarkt muss das Arbeitsmarktservice dieser Stadt entscheidend besser werden. Alle Schritte, die nun folgen, müssen zielorientiert und rasch gesetzt werden. Das ist Wien seinen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern schuldig," schlossen Tschirf und Hoch.(Schluss)

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