Stenzel: Nur die gemeinsame Zukunft in der EU kann die Vergangenheit überwinden

Österreich rückt wieder ins Herz Europas

Straßburg/Wien, 9. April 2004 (ÖVP-PK) "Wir nehmen heute an einem historischen Akt teil, der das Gesicht Europas verändern wird. Ich bin froh und stolz, dass ich heute, gemeinsam mit der gesamten ÖVP-Delegation, unsere Zustimmung zu den Ergebnissen von Kopenhagen im Brok-Bericht ebenso wie zu allen Beitrittsländern geben kann", sagte heute, Mittwoch, die ÖVP-Delegationsleiterin und Europasprecherin der Österreichischen Volkspartei Ursula Stenzel in Strassburg. "Die ÖVP hat sich immer zur Erweiterung der EU bekannt. Österreich hat die längste Außengrenze der Union. Mit der Erweiterung rücken wir aus einer Randlage ins Zentrum eines Raumes, von dem gerade wir Österreicher uns wirtschaftliche Impulse, Wachstum und Beschäftigung erwarten können", so Stenzel in ihrer Plenarrede. ****

Österreich erwarte sich aber nicht nur wirtschaftliche Vorteile. "Ich habe dies immer betont: Diese Erweiterung ist eine Wiedervereinigung Europas. Wir erwarten uns vor allem gute Nachbarschaft mit Ländern, denen wir geschichtlich über Jahrhunderte hinweg verbunden waren und von denen wir als Folge zweier Weltkriege und der grausamen Teilung Europas im Kalten Krieg getrennt waren", betonte Stenzel, die als Vorsitzende der gemischt-parlamentarischen Ausschüsse mit Polen und der Tschechischen Republik intensiv und erfolgreich am Beitrittsprozess mitwirken konnte. "Die ÖVP-Delegation stimmt dem Beitrittsansuchen unserer Nachbarstaaten mit besonders viel historischem Bewusstsein zu, weil wir gerade dadurch berechtigt hoffen können, dass Wunden, die die Vergangenheit geschlagen hat, durch die brutale Okkupation durch die Nazi-Herrschaft auf der einen und die nicht minder brutale Reaktion durch die Vertreibung auf der anderen Seite, besser geheilt werden können, wenn wir gemeinsam in der Europäischen Union sind, als wenn wir uns unter Hinweis auf die Vergangenheit isolieren", sagte Stenzel in ihrer Rede.

Vergangenes Unrecht könne nicht ungeschehen gemacht werden, noch wolle man es verdrängen oder vergessen. "Die gemeinsame Zukunft in der EU ist aber die einzige Grundlage, um die Schatten der Vergangenheit zurückzudrängen und sich der Geschichte zu stellen, um die Zukunft zu bewältigen", unterstrich Stenzel. Sie halte die Gründe für nicht stichhaltig, die von jenen ins Treffen geführt werden, die dem einen oder anderen Land ihre Zustimmung verweigern. "Weder der unfertige Zustand des Verfassungsprozesses, noch die leider immer noch unbewältigte Vergangenheit, noch die Skepsis, ob die EU oder die Erweiterungsländer wirklich in der Lage sind, das alles anzuwenden was die EU von ihnen verlangt, sind meiner Meinung nach ausreichende Gründe für eine Ablehnung der Beitrittsanträge. Wir stimmen heute über die Zukunft eines großen und geeinten Europa ab. Wir nehmen heute Menschen in unsere europäische Familie auf. Und ich werde auf Seiten derjenigen stehen, die positiv und hoffnungsvoll an dieser Zukunft bauen", so Stenzel abschließend.

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