Europaabgeordnete Prets kritisiert Stundenreduktion an Schulen

Österreich verfehlt dadurch EU-Vorgaben klar

Wien (SK) "Im Jahr 2000 bekannten sich in Lissabon die Regierungen Europas, darunter auch die österreichische, lautstark zur Förderung von Ausbildung, um Europa zur wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln. Während der EU-Zug in diese Richtung abgefahren ist, koppelt sich Österreich nun durch Bildungsministerin Gehrers Pläne zur Stundenreduktion ab und verfehlt die EU-Vorgaben klar", erklärt Europaabgeordnete Christa Prets, Mitglied im Bildungsausschuss des EP. ****

"Bei der Stundenkürzung handelt es sich um eine konzeptlose Verordnung, die momentan das Budget ein wenig entlasten, aber langfristig die SchülerInnen in ihrer Entwicklung behindern wird", so Prets. Es gehe nicht an, "unter dem Deckmäntelchen der Sorge um Überlastung der SchülerInnen, kurzfristige Budgetüberlegungen zu verfolgen".

Besonders kritisiert die Europamandatarin in diesem Zusammenhang die Kürzung der Wahlpflichtfächer an den AHS, wodurch den SchülerInnen die Möglichkeit genommen werde, eine dritte lebende Fremdsprache zu erlernen. Im Europäischen Jahr der Sprachen 2001 habe sich auch Österreich zur Mehrsprachigkeit bekannt, jetzt erfolge eine Abkehr von diesem Prinzip. "Wenn unsere jungen BürgerInnen künftig beruflich die Chancen des Binnenmarktes in einem erweiterten Europa nutzen wollen, dann ist die Beherrschung mehrerer Gemeinschaftssprachen eine wichtige Bedingung. Sprache ist auch Teil eines kulturellen Reichtums", so die Europamandatarin.

Schulische Bildung dürfe sich nicht nur auf Wissensvermittlung beschränken sondern müsse auch auf die Förderung der kreativen Kompetenz abzielen, kommentiert Prets die Pläne, bei den Fächern Musik und Zeichnen Stundenkürzungen vorzunehmen. "Beide Unterrichtsgegenstände spielen eine bedeutende Rolle bei der Entfaltung der Kreativität und sind für die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen unverzichtbar."

"Während der Konvent zur Zukunft Europas die EU demokratischer gestalten will, verweigert Bildungsministerin Gehrer den Betroffenen - SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen - das Recht auf Mitbestimmung und die ÖVP-dominierte Gewerkschaft den Schulen einen Streiktag. Die OECD-Studie, die für Österreichs Schulen eine angeblich überdurchschnittliche Stundenbelastung ausweist, ist aufgrund ihrer Berechnungsgrundlagen höchst umstritten und eignet sich nicht als Anlass für einen konzeptlosen Schnellschuss in der Bildungspolitik. Tatsache ist, dass Österreichs junge Menschen im OECD-Schnitt sehr bald von der Schule abgehen und die Akademikerquote nach wie vor sehr niedrig ist", so Prets abschließend. (Schluss) wf/mp/mm

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