Wiesner: Holzindustrie als starker Partner im österreichischen Walddialog

Zukunftsstoff Holz als bedeutenden Wirtschafts- und Gesellschaftsfaktor positionieren

Wien (PWK210) - "Die österreichische Holzindustrie sieht die Einladung zum österreichischen Walddialog als Chance, Interessierte und Beteiligte zu vernetzen und damit ein verbessertes ganzheitliches Verständnis zu diesem Zukunftsstoff zu entwickeln. Es sollte uns gelingen mit den Spannungsfeldern - wie Ökologie und ökonomische Nutzung, Wald als Allgemeingut und privates Eigentum - wesentlich besser umzugehen. Wir sehen uns in diesem Dialog als starker Partner, dem die nachhaltige Entwicklung dieses Wirtschafts- und Gesellschaftsraumes wichtig ist", betont Erich Wiesner, Obmann des Fachverbandes der Holzindustrie der Wirtschaftskammer Österreich.

Wald und Holzwirtschaft stellen für Österreich, wie auch für Europa einen großen Wert dar: So ist fast die Hälfte der österreichischen Staatsfläche mit Wald bedeckt. Europaweit beträgt die Waldfläche, gerechnet ohne Russland und GUS, ca. 149 Mio Hektar. Die Holzwirtschaft ist darüber hinaus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Österreich: Fast 250.000 Menschen leben in Österreich vom Holz. Neben dem Tourismus ist die Holzwirtschaft für Österreich der größte Devisenbringer. In der EU zählt die Holzwirtschaft zu einem der größten industriellen Sektoren. Bei Berücksichtigung der gesamten Wertschöpfungskette - inklusive Holzbe- und -verarbeitung, Zellstoff-, Papier-, und Pappeerzeugung, Druckerei und Verlagswesen -ist die Holzwirtschaft der größte Cluster Europas, mit einem jährlichen Produktionswert von 375 Milliarden EURO und etwa 5 Millionen direkt und indirekt Beschäftigten.

"Diese Zahlen zeigen deutlich, dass die österreichische Holzindustrie international wettbewerbsfähig und deshalb exportfähig ist. Zudem schafft und sichert die Holzwirtschaft gerade in den ländlichen Regionen Arbeitsplätze, was für deren Entwicklung von großer Bedeutung ist", unterstreicht Wiesner. In der Öffentlichkeit werde die Wirtschaftskraft dieser Branche bei weitem nicht erkannt.

Unzufrieden ist der Fachverbands-Obmann mit Imageproblemen des Sektors. Zwar bestätigt eine EU-Studie der heimischen (und skandinavischen) Holzwirtschaft bessere Image-Ergebnisse als anderen EU-Mitgliedern. Trotzdem bestehen in der öffentlichen Meinung grundlegende Mißverständnisse. So wird die Holzwirtschaft nicht als nachhaltige und verantwortliche Waldbewirtschaftung sondern als Zerstörung des Waldes verstanden. Begleitend dazu herrscht über den Sektor große Unkenntnis, insbesondere über die Unternehmen selbst, als auch deren Tätigkeit. "Wir wissen, dass das Thema Wald in der Öffentlichkeit sehr stark emotional besetzt ist. Deshalb sollten sich alle Teilnehmer am Walddialog bewusst sein, dass wir verstärkt Aufklärungs- und Kommunikationsmaßnahmen zu ergreifen haben", betont Wiesner.

Holz ist aber auch der wichtigste nachhaltig verfügbare Massenrohstoff in Österreich und Europa. Allein das Baugeschehen verursacht einen enormen Ressourcenverbrauch: 50% der natürlichen Rohstoffe, 40% des Energieverbrauchs, 50% des gesamten Abfallaufkommens lassen sich auf Bautätigkeit zurückführen.

Holz hat darüber hinaus das Potential, einen substantiellen Beitrag zur Ökologisierung der Wirtschaft und zur Eindämmung des Treibhauseffektes zu leisten. "Dazu muss es gelingt, den Marktanteil von Holz im Baugeschehen entsprechend zu steigern. Schlüssel dazu sind holzfreundliche Baunormen, die wir nur erhalten werden, wenn wir Politik und Behörden von den Vorzügen unseres Rohstoffs überzeugen können", fordert der Obmann. Gleichzeitig müsse aber auch in die verstärkte Ausbildung von Architekten, Ingenieuren und Planern, die auf die Materialentscheidung einen wesentlichen Einfluss nehmen, investiert werden.

Die Ziele, die die österreichische Holzwirtschaft durch die Teilnahme am Walddioalog erreichen will, liegen, so Wiesner, auf der Hand:

Verbesserung des Image von Wald und die Holzwirtschaft: Nachhaltig -Modern - Zukunftsorientiert;
Sicherstellung der kontinuierlichen Verfügbarkeit von Holz auf nachhaltiger Basis als Roh- und Baustoff;
Steigerung des Holzanteils im Bauwesen um u.a. einen maßgeblichen Beitrag zur Ökologisierung der Wirtschaft leisten zu können; Weiterentwicklung des Kunden- und Lieferantenverhältnisses zwischen Forstwirtschaft, Säge, Holzverarbeitung in eine Wertschöpfungspartnerschaft; Ziel: Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Materialien;
Volle Nutzung von Holz in stofflicher und thermischer Hinsicht (Ökostrom). (us)

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Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband der Holzindustrie
Tel.: (++43-1) 71226010

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